Editorial

Leib – Seele – Geist – ja und?

Editorial und ein „Willkommen“

Neu ist diese Trias von Leib – Seele – Geist und die Wechselbeziehung zwischen ihnen nun wahrlich nicht – mit ihren Wurzeln in der Wiege unserer Kultur ebenso wie in dem, was wir aus Heilungsriten Asiens und der schamanistischen Kultur Südamerikas etwa kennen.
Nur haben wir zeitweise den „Leib“, das Körperliche, vergessen oder nachrangiert. Die praktischen Anfänge analytischer Musiktherapie in den 80ern passierten meist im Sitzen, rundherum umgeben von Instrumenten bzw. zwischen Therapeutin und KlientIn. 45 Minuten.
Auf unserer Nadelspitze der Gegenwart (S. Freud), auf der sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen, gilt dieser Aphorismus:
„Der Mensch ist kein Körper, der eine Seele hat, sondern eine Seele, die einen Körper hat“ (Johannes Heimrath). Die mit einem solchen Gedanken umschriebenen Wechselbeziehungen bearbeiten die drei Schwerpunktthemen-Beiträge von Sabine Rittner aus der Sicht der Therapie, Eva Maria Frank-Bleckwedel aus Sicht der Lehre und von Hans Ulrich Schmidt mit seinem Überblick aus der Vogelperspektive. Abgestimmt auf das Schwerpunktthema ist die Kolumne von Thomas Stegemann, die Rezension von Ludger Kowal-Summek über H. Skrzypeks u.a. Buch zum Körper in der Musiktherapie u.v.m.

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Heft 31 (2017) ist erschienen!

Der Körper in der Musiktherapie

Musik entsteht im Körper, Musik entsteht aus dem Körper, Musik wird mit dem Körper gemacht. Und sie wirkt auf den Körper, bewegt den Körper des Instruments und den des spielenden Menschen. Der körperliche Kontakt in der Psychotherapie ist ein sensibles Geschehen. Inwieweit ist der körperliche Kontakt hilfreich und notwendig und wo kontraindiziert? Dieser Fragestellung geht die nächste Ausgabe von MuG nach.

Inhaltsverzeichnis

Editorial
Hans-Helmut Decker-Voigt

Musiktherapeutischer Klinikspaziergang
SIGMA-Zentrum, Bad Säckingen am Hochrhein
Simone Maier-Hanemann

Praxisvorstellung
Praxengemeinschaft Musiktherapie Hamburg-Winderhude
Yuka Kikat, Astrid Güting, Mirjam Blümel, Gisela Peters

Patienteninterview
Der erschöpfte Körper
Alexandra Takats

Zum Umgang mit dem Körper in der Psychotherapie
Hans Ulrich Schmidt

Psychodynamic Movement
Eva Maria Frank-Bleckwedel

Die Bedeutung des Körpers in der Musiktherapie
Sabine Rittner

Studiengang Witten Herdecke
Matthias Michalek

Von Pauken und Trompeten im menschlichen Körper
Musikinstrumente in der anatomischen
und pathophysiologischen Terminologie
Thomas Stegemann

Kurzbericht über das 6. Treffen der ADÖ –
Asiatisch-Deutsch-Österreichische Arbeitsgruppe für Musiktherapie
Ti Liu-Madl

„Secret Sounds“ – China Time 2016 – eine Vignette
Ti Liu-Madl

Werkstattbericht Augsburg 2016
Beate Haugwitz

News und Hochschulnachrichten

Zur Person. Ilse Wolfram
zum 75. Geburtstag
Hans-Helmut Decker-Voigt

Singende Krankenhäuser e. V.
Kai von Lünenschloß, Sandra Roß-Lünenschloß,
Elke Wünnenberg, Sandra Wise

Rezension
Hanna Skrzypek u.a.: Der Körper in der Musiktherapie
Ludger Kowal-Summek

Bücher zum Schwerpunktthema

Zum Mitmachen
Kleine Hilfen mit Atem, Bewegung und Stimme
„…spiele friedlich mit der Wirklichkeit der Welt“ – eine Bewegungsmeditation
Sabine Rittner

Praxismodelle
„Jeder kann tanzen“
Ein tänzerisches Improvisationsspiel für Gruppen
Constanze Rüdenauer-Speck

Kolumne AufgeMuGt
Die schöne Mailerin
Hans-Helmut Decker-Voig

Musiktherapeutischer Klinikspaziergang

SIGMA-Zentrum, Bad Säckingen am Hochrhein

Fachkrankenhaus für Interdisziplinäre Psychiatrie, Psychotherapie und Psycho­somatische Medizin

Von Simone Maier-Hanemann

Die Klinik
Das Sigma-Zentrum ist eines der größten Privatkrankenhäuser für Psychia­trie, Psychotherapie und Psychosomatik in Deutschland. Es liegt in Bad Säckingen am Hochrhein, einem traditionsreichen und beschaulichen Kurort am Südhang des Schwarzwaldes, direkt am Hochrhein, der die Grenze zur Schweiz darstellt. Das Sigma-Zen­trum ist Teil des Stadtverbundes MetroBasel und der HealthRegion Freiburg, die gut erreichbar die nächsten Zentren darstellen. Die Klinik liegt mit eigenem Park und unmittelbar am Kurpark im Grünen. Zu Fuß sind es in den historischen Stadtkern nur wenige Minuten.
Betritt man den Eingangsbereich des Sigma-Zentrums, hat man den Eindruck, im Foyer eines sehr luftigen, großzügig gestalteten, modernen Hotelgebäudes anzukommen. Dieser erste Eindruck bestätigt sich beim weiteren Rundgang durch die Klinik in allen Bereichen. Gut ausgestattete, angenehm eingerichtete Patientenzimmer, gepflegte Flure und Räume mit Grünpflanzen und Kunstgegenständen, exklusiv ausgestattete Therapieräume, eine differenzierte Küche und einen parkartigen Garten, der zum Wohlfühlen und Entspannen einlädt.
Die Geschichte der Klinik beginnt im Jahr 2000, als sie noch unter anderem Namen und in einem anderen Gebäude mit knapp 20 Patienten und einer Handvoll Personal ihre Arbeit aufnahm. Das ganzheitliche Konzept der Klinik sah ein auf den einzelnen Patienten abgestelltes individuelles Behandlungsangebot mit multimodalen Ansätzen vor. Immerhin vom ersten Tag dabei war die Musiktherapie mit zunächst einer 40%-Stelle. Zur Verfügung waren bereits einige Instrumente, ein Therapieraum und ein „Kämmerle“ als Büro. Aufgrund der Therapieerfolge und hoher Patientenzufriedenheit wuchs die Klinik und mit ihr die Musiktherapie: Der Stellenplan wurde ausgeweitet, weitere Therapieräume geschaffen, ein Raum für Einzeltherapie wurde mit neuem In­strumentarium ausgestattet. Es wurden Übe-Parzellen eingerichtet und zusätzlich ein weiterer großer Raum, der von den Patienten zum Musizieren außerhalb der Therapien frei genutzt werden konnte.
2008 zog die Klinik dann in das heute noch genutzte Gebäude. Aktuell arbeiten vier Musiktherapeuten/innen im Sigma-Zentrum: außer mir sind dies Regina Eichenauer, Tanjef Gross und Claudia Zindel. Es gibt drei Räume für Einzeltherapien, einen Gruppenraum und ein „Office“ mit vier zusätzlichen Computerarbeitsplätzen. Nach wie vor wird den Patienten weiterhin ein großer Raum zur Verfügung gestellt, den sie außerhalb der Therapien zum Musizieren nutzen können. Seit 2009 finden regelmäßig Sigma-Konzerte mit jungen Talenten und arrivierten internationalen Künstlern statt, die für Patienten und Besucher spielen. Außerdem gehört das Sigma-Zentrum zu den „Singenden Krankenhäusern“ in Deutschland. Eine eigene Sigma-CD „Lieder als Ressource“, „Achtsamkeit und Meditation“ wurde 2016 herausgebracht.
Wenn man den Werdegang der Klinik in den vergangenen Jahren betrachtet, ist eine wichtige Konstante vor allem die kreative Veränderung, die man in vielen Bereichen beobachten kann und wofür die konzeptionelle Entwicklung der Musiktherapie ein gutes Beispiel ist:
Am Anfang gab es in der Musiktherapie je ein Konzept für das Einzel- und das Gruppensetting. Nach und nach wurden die Räume für die Einzeltherapie einer konzeptuellen Struktur zugeordnet, und nicht in jedem Therapieraum findet sich das gleiche Instrumentarium. Es sind jedem Raum Schwerpunkte zugeordnet und entsprechend diesem sind sie mit Instrumenten ausgestattet. Dies zeigt sich in der indikationsorientierten Gestaltung und Einrichtung, der die musiktherapeutische Anwendung des In­strumentariums und dessen Nutzungs- und Behandlungsoptionen zugrunde liegt. Es gibt Schwerpunkte wie die Klangliege oder eine Erweiterung mit Gong, Klangschalen und Liege, die je nach Indikation angewendet werden.
Alle Räume können von allen Musiktherapeuten genutzt werden. Dazu wurde die Planung so gestaltet, dass die Räume in halben Tagen gewechselt werden und jeder Therapeut bei der Planung der Therapiestunden durch die Wahl des Raumes die entsprechenden instrumentalen Voraussetzungen definieren kann.

Das Therapieangebot
Im Sigma-Zentrum werden Patienten mit sämtlichen psychiatrischen, psychosomatischen und vielen neurologischen Diagnosen behandelt. Um bei steigender Patientenzahl weiter einen persönlich und familiär erscheinenden Rahmen zu erhalten, wurden die Teams auf drei multiprofessionelle Abteilungen verteilt. Jede Abteilung wird geführt von einem/r Chefarzt/ärztin, der psychiatrischen Stellvertretung, somatischen Ärzten, Psychotherapeuten, Psychologen, Fachtherapeuten verschiedenster Bereiche und Pflegekräften. Hinzu kommt eine angeschlossene Tagesklinik.
Eine abteilungsübergreifende Tagesstruktur hat sich der Spezialisierung angepasst. In jedem Team finden tägliche Morgen- und Mittagsbesprechungen statt, so dass jeder über die Entwicklung des Patienten jederzeit im Bilde ist. Für ein reflektiertes und achtsames therapeutisches Handeln bietet das Sigma-Zentrum auch eine Vielzahl an Intervisionen und Supervisionen: Als Teamsupervision sowie als Fallsupervision, als Einzelsupervision und als Gruppensupervision, die sich patientenbezogen ausrichten.
Im klinischen Alltag in der Sigma-Klinik werden die Patienten von einem Arzt aufgenommen, im Team dem fallführenden Psychologen zugeteilt und einer Gesprächsgruppe zugewiesen. Sie bekommen einen Mitpatienten als „Paten“, der sie durch die Klinik führt, mit den Gepflogenheiten aus Sicht der Patienten vertraut macht und während des Aufenthalts eine Vertrauensperson sein kann. Ebenso werden die Patienten am Tag nach ihrer Ankunft dem gesamten Abteilungsteam vorgestellt, um einen ersten „Blickkontakt“ mit den Behandlern zu bekommen. In den Einzelgesprächen mit dem fallführenden Psychologen wird dann entschieden, welche Therapien und fachtherapeutischen Angebote dem Patienten während seines stationären Aufenthalts verordnet werden. So erfolgt auch die Zuweisung zur Musiktherapie. Zum Überblick über die hohe therapeutische Dichte erhalten Patient und die Therapeuten jede Woche einen genauen Wochen-Stundenplan über alle ihre therapeutischen Termine.

Musiktherapie
Als Musiktherapeutin bin ich nicht nur für die Behandlung von Patienten zuständig, sondern, als wichtiger Qualitätsfaktor, auch für die Vernetzung mit anderen Kollegen, z.B. zum Austausch über Diagnosen, Behandlungsfortschritte oder Biografisches. Dazu zählt auch die gezielte Auswahl und Pflege des musiktherapeutischen Settings: Raum, Instrumentarium, Gruppe.
Das Musiktherapeutische Gruppenangebot im Sigma-Zentrum wurde auf unterschiedliche Ziele und Indikationen hin konzipiert und im Laufe der Jahre ergänzt und komplettiert:
Basis ist eine Gruppe für bis zu acht Patienten, die zweimal wöchentlich für 90 Minuten stattfindet und prozesshaft, psychotherapeutisch gruppendynamisch arbeitet. Diese Form der Gruppe ist neben der Gesprächsgruppe und anderen Fach­therapiegruppen eines der Herzstücke jeder Therapie.
Ergänzt wurde das Angebot, als mehrere Patienten gleichzeitig mit einer Tinnitusproblematik belastet waren. Daraus entstand ein neues Gruppenkonzept für Patienten mit Tinnitus. Es war faszinierend, dass sowohl Patienten als auch Klinikleitung mit Begeisterung gemeinsam mit den Therapeuten dafür ein neues Konzept mit gegenseitiger Unterstützung entwickeln konnten. Seitdem findet die Tinnitusgruppe einmal wöchentlich für 50 Minuten statt.
Als nächste Gruppe entstand auf Patientenwunsch die Singgruppe, die eine „therapiefreie“ Begegnung anbietet, die ganz auf Freiwilligkeit beruht. Die Singgruppe wurde im Verlauf zum Chor und führte schließlich zum „Singenden Krankenhaus“. In Form von „Stimme und Atem“ wurde ein zusätzliches Angebot eingeführt, bei dem es nicht um das Singen von Liedgut geht, sondern um den Umgang mit der Stimme und dem Atmen. Dies ist ein niedrigschwelliges Angebot, in dem einstimmige mantrenähnliche Lieder gesungen werden, welche mit Bewegungen verbunden und durch experimentelle Übungen mit der Stimme und dem Atem ergänzt werden.
Das für mich zur Zeit spannendste Konzept ist die „Neurologische Musiktherapiegruppe“ unter dem Namen „Kognitives Training“. Auch ihre Konzeption entstand aus der Erweiterung der Indikationen bei zahlreichen Patienten. Die bisherigen Musiktherapiegruppen wurden den Patienten mit kognitiven Einschränkungen nicht gerecht. Sie benötigten mehr Struktur und Übung, niederschwellige Angebote und kürzere Therapiedauern. Dies führte zu der Überlegung, wie das neurologische Konzept von Prof. Dr. M. H. Thaut für unsere Klinik übertragbar wäre. Auch hierfür gab es viel Unterstützung von der Klinikleitung und den Kollegen. Schon nach kurzer Zeit wurde aufgrund der zunehmenden Nachfrage deutlich, dass eine Gruppe nicht ausreichte und der Anspruch an die Übungen differenziert werden musste. So wurde eine zweite Gruppe installiert. Die beiden Gruppen wenden sich an unterschiedliche Klienten: Die erste Gruppe ist für ältere Patienten, deren Leistungsfähigkeit nach Möglichkeit erhalten werden soll; die zweite Gruppe richtet sich an jüngere Patienten, deren Leistungsfähigkeit wieder gesteigert werden kann. Im zweiten Schritt unterschieden wir dann auch diagnosespezifisch: Patienten, deren Leistungsfähigkeit z.B. durch eine Depression, Belastungsreaktion oder eine Traumafolgestörung eingeschränkt ist, haben andere Fähigkeiten, als Personen nach einem Schlaganfall oder mit Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Multipler Sklerose. Beide Gruppen arbeiten eher übend und weniger prozesshaft, also nicht an den Gefühlen und Bedürfnissen der Gruppenmitglieder orientiert. Die Neurologische Musiktherapie findet sowohl als Einzeltherapie als auch in der Gruppe statt. Zur Konzeption dieses komplexen Angebots fanden im Sigma-Zentrum eine interne Fortbildung sowie eine Weiterbildung mit Prof. Thaut statt.
Zuletzt entstand noch das „Bandprojekt“, bei dem Patienten während ihres Klinikaufenthaltes auch in sozialen und kommunikativen Aspekten des Alltags Erlebensmöglichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist ein weiteres, eher offenes Angebot mit Projektcharakter. Hier kann z.B. eine Gruppe jüngerer Menschen gemeinsam unter Anleitung einer Musiktherapeutin spontan das Musikmachen im Bandformat ausprobieren. Dies hat wesentlich zur Konzeption der „Youngster-Gruppe“ beigetragen. Diese entstand aus der Erfahrung, dass Patienten unter 25 Jahren in der normalen Gesprächstherapiegruppe ihre identitäts- und ablösungsbezogenen Themen nur unzureichend bearbeiten können und von dem Austausch innerhalb ihrer Peergroup besser profitieren. In die Youngstergruppe werden neben dem Gruppengespräch bewusst kreative Medien mit einbezogen. Sie wird seit anderthalb Jahren von einem Psychologen/einer Psychologin gemeinsam mit einer Musiktherapeutin geleitet.

Fallbeispiel Kognitives Training NMT
Frau M. wurde mit einer Depression für das Kognitive Training angemeldet. Folgendes wurde u.a. als Indikation für die Gruppe beschrieben: Gedankenkreisen, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Antriebsarmut, starke Unterschiede in der Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Frau M. selbst hatte zu Beginn keine große Lust und fühlte sich mit den klar strukturierten Übungen überfordert. Bei einer Übung zur Aufmerksamkeit, die sich durch unterschiedliche Signale und Ebenen auszeichnete, gelang es ihr nicht, wegen der erhöhten Aufmerksamkeit ihren sonstigen Gedankenkreisen Raum zu geben, sie war so konzentriert, dass sie die Dauer nicht bemerkte und konnte sich in die Gruppe einbringen. Am Ende der Stunde konnte sie eine hohe Ziffer für die Konzentration und die Dauer der Konzentration vergeben.

Übungsaufbau:
Am Klavier wird in vier Lagen eine rhythmische Vorgabe gemacht, welche für die Patienten ein Zeichen für eine körperliche Aktivität anzeigt (stampfen, klatschen auf die Oberschenkel, in die Hände klatschen, schnipsen). Ein weiteres Signal kommt von der Trommel. Immer wenn die Trommel gespielt wird, haben alle Patienten Pause, es sei denn, eines ihrer zwei Instrumente wird angespielt, dann hat die Antwort auf diese „Anfrage“ 1. Priorität. Dies gilt auch dann, wenn das Klavier eine Vorgabe machte. Die Antwort hat immer 1. Priorität.

Die Autorin:

Simone Maier-Hanemann
Jahrgang 1972. Erzieherin, Diplom-Musiktherapeutin (FH) DMtG, Neurologische Musiktherapeutin, Systemische Therapeutin/Paar- und Familientherapeutin

Arbeitsfelder:
Psychiatrie / Psychosomatik, Neurologie, Altenpflege, Jugendhilfe, aufsuchende Familientherapie
Mitglied des Vorstands der DMtG

Aktuell Studium:
Mehrdimensionale Organisationsberatung, Supervision und Coaching an der Uni Kassel

Praxisvorstellung

Praxengemeinschaft Musiktherapie Hamburg-Winterhude

Von Yuka Kikat, Astrid Güting, Mirjam Blümel, Gisela Peters

Wir stellen uns kurz vor

Wir sind eine Praxengemeinschaft von vier Diplom-Musiktherapeutinnen: Yuka Kikat, Astrid Güting, Mirjam Blümel und Gisela Peters. Jede führt ihre eigene Praxis mit individuellem Konzept und verschiedenen Arbeitsschwerpunkten zu festen Zeiten in unserem Therapieraum. Neben der gemeinsamen Website (www.musiktherapie-praxis.hamburg) haben alle auch ihren eigenen Internetauftritt. In regelmäßigen Besprechungen bestärken wir unseren fachlichen Austausch. Darüber hinaus sichert jede von uns durch regelmäßige Supervision und Fortbildungen die Qualität ihrer Arbeit.

Yuka Kikat
Ich bin in Tokio geboren und aufgewachsen und lebe seit 2003 in Deutschland. Bereits in Tokio absolvierte ich das Studium Bachelor social welfare mit dem Schwerpunkt psychiatrischer Sozialarbeit. In Heidelberg habe ich Musiktherapie studiert und bin seit 2009 als Diplom-Musiktherapeutin in einer Psychiatrie im klinischen Bereich tätig. Seit 2010 bin ich auch zugelassene Heilpraktikerin für Psychotherapie. Außerdem bin ich von der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft als Musiktherapeutin zertifiziert. Neben der psychiatrischen und psychotherapeutischen Tätigkeit sammelte ich freiberuflich viele Erfahrungen im Behindertenbereich. Im Jahr 2013 kam noch eine Dozententätigkeit bei einer Logopädieschule für „Musiktherapie“ dazu. Nun bin ich schon länger hier in Deutschland und konnte neue Töne, Klänge und Rhythmen in einem improvisatorischen Zusammenhang mit Klienten entdecken. Diese gesammelten Erfahrungen der vergangenen Jahre und mein kultureller Hintergrund helfen mir heute, bei meiner Arbeit einen Zugang zu Patienten zu finden.

Astrid Güting
Mein Wunsch, Musiktherapeutin zu werden, entstand bereits während der Schulzeit. Seit meiner Kindheit musiziere ich und konnte dadurch die heilsame Wirkung der Musik früh erfahren. Der Weg zu meinem Traumberuf führte mich zunächst zum Studium der Sonderpädagogik in Dortmund mit musiktherapeutischem Schwerpunkt. Nach dem ersten Staatsexamen studierte ich Musiktherapie an der Universität Münster. Während der Studienzeit sammelte ich vielfältige musikpädagogische Erfahrungen (musikalische Früherziehung, Geigen- und Klavierunterricht).
Seit 2007 bin ich in Hamburg und Lüneburg als Musiktherapeutin und -pädagogin und als Heilpraktikerin für Psychotherapie tätig. Neben der Praxis arbeite ich freiberuflich in unterschiedlichen Einrichtungen, wie im Hospiz- und Palliativbereich. Ich begleite Menschen mit Demenz und Kinder krebskranker Eltern. Außerdem bin ich in der Frühförderung tätig. Die Vielseitigkeit meiner Arbeitsfelder empfinde ich als sehr bereichernd.
Da es mir wichtig ist, auch den Körper in die Psychotherapie mit einzubeziehen, habe ich außerdem eine Ausbildung zur Hakomi-Therapeutin absolviert. Hakomi ist eine achtsamkeitsbasierte, erfahrungsorientierte Körperpsychotherapie, die meine musiktherapeutische Arbeit ergänzt. Die Kombination beider Methoden bietet kreative und vielfältige Möglichkeiten.

Mirjam Blümel
Wie vielfältig der Beruf Musiktherapeutin ist, konnte ich während meines Studiums der Musiktherapie, welches ich direkt nach dem Abitur begann, noch gar nicht absehen. Mittlerweile arbeite ich seit 8 Jahren als Musiktherapeutin und -pädagogin (Gesang, Klavier) in abhängiger Beschäftigung und freiberuflich in verschiedenen Einrichtungen und freier Praxis. Hinzu kommt eine Dozentur für Musiktherapie an der Medizinischen Akademie Hamburg (Logopädie) und die künstlerische Tätigkeit mit der Band ‚mia blüht‘.
Studiert habe ich zusammen mit meiner Kollegin Yuka Kikat an der SRH Hochschule in Heidelberg; weitere Qualifikationen sind der Zertifikatslehrgang der WWU Münster „Durch Musik zur Sprache“ und der Kontaktstudiengang für Popularmusik an der HfMT Hamburg. Des Weiteren bin ich Mitglied der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) und deren Regionalvertretung Nord.
Bisher umfasst meine musiktherapeutische Tätigkeit die Arbeit mit Menschen mit Demenz sowie körperlicher und geistiger Behinderung, Entwicklungsförderung, Palliativ-Patienten, Familien und Einzelpsychotherapie.

Gisela Peters
Als Rhythmiklehrerin an der staatlichen Jugendmusikschule, der Fachhochschule für Sozialpädagogik und der Musikhochschule in Hamburg vermittelte ich in den siebziger bis neunziger Jahren eine interaktive, ganzheitliche Lernmethode durch Musik und Bewegung.
Daran schloss sich für mich „wie von langer Hand vorbereitet“ das berufsbegleitende Aufbaustudium in Hamburg mit dem Diplom für Musiktherapie an.
Im klinischen Bereich (Psychosomatik/Psychotherapie) sammelte ich langjährige Erfahrungen in einem multiprofessionellen Team. An der staatlichen Jugendmusikschule Hamburg gründete ich 1996 eine Abteilung für Musiktherapie für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsverzögerungen. Dieser Fachbereich kooperiert mit allgemeinbildenden Schulen und Beratungsstellen.
Heute, nach dem Ausscheiden aus dem institutionellen Rahmen von Klinik und Schule, genieße ich es besonders, mit meinen jüngeren Kolleginnen einen ambulanten Praxisraum zu teilen und meine langjährigen Erfahrungen einzubringen.

Unser Praxisraum
Die Praxis liegt zentral und verkehrsgünstig im Stadtteil Hamburg-Winterhude. Durch ihre Lage im Innenhof eines denkmalgeschützten Gebäudekomplexes von 1908 ist es dort sehr ruhig. Der Therapieraum befindet sich im Obergeschoss und hat ein großzügiges Oberlicht, wodurch eine helle und freundliche Atmosphäre entsteht. Häufig hören wir den Satz von neuen Klienten: „Das ist aber schön hier!“
Wir bieten eine große Auswahl von Instrumenten an, die Kinder und Jugendliche ebenso ansprechen wie Erwachsene. Neben klassischen Instrumenten wie Klavier, Cello, Geige und Gitarre stehen Instrumente aus aller Welt bereit, die sich ohne Vorkenntnisse spielen lassen.
Der Raum ist methodisch vielfältig nutzbar: Es gibt eine Ecke mit Korbsesseln für Gespräche und einen offenen Bereich, z.B. für Gruppentherapie, aktive und rezeptive Musiktherapie, Entspannungs- und Bewegungsangebote. Der gesamte Raum ist mit einem hellen, warmen Wollteppich ausgelegt. Für Kindertherapien gibt es Stofftiere, Bilderbücher und weitere Materialien, die zum Spielen anregen.
An einer Wand befindet sich ein großer Spiegel, der je nach Bedarf für die Behandlung genutzt oder mit einem Vorhang verdeckt werden kann. Durch die indirekte Beleuchtung des Raumes oder Kerzenlicht können wir je nach Angebot unseren Klienten eine gemütliche und entspannende Atmosphäre anbieten.
Zu unserer Praxis gehören auch eine Küche und ein kleiner Vorraum mit einem Schreibtisch. Bei Seminaren eignet sich dieser Bereich für Fachgespräche mit der Gruppe oder für eine Pause zwischendurch.

Die Arbeitsschwerpunkte der einzelnen Praxen

Yuka Kikat
Praxis für Musiktherapie „Kokoro“
Bei der Arbeit in meiner Praxis versuche ich dem „Kokoro“ – japanisch für Herz, Seele und Gefühl – Aufmerksamkeit zu schenken.
Mein erster Schwerpunkt ist Psychiatrie/Psychotherapie mit Erwachsenen. Ich biete gerne Einzeltherapien an und arbeite individuell und personenorientiert, im „Hier und Jetzt“. Ganz nach Bedarf bin ich methodisch tiefenpsychologisch, systemisch-lösungsorientiert oder verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. In meiner musiktherapeutischen Achtsamkeitsgruppe kann man auch gemeinsam üben, dem „Kokoro“ Achtsamkeit zu schenken. Gern arbeite ich auch mit Kindern. Seit Herbst 2016 biete ich eine japanischsprachige Gruppe für Mütter und Babys an, mit den Zielen der persönlichen Entwicklung sowie der kommunikativen und sensomotorischen Förderung. Geplant ist, im Frühjahr 2017 eine zweite Gruppe in deutscher Sprache zu eröffnen.

Astrid Güting
Praxis für Musiktherapie und Hakomi
In meiner Praxis biete ich Musik- und Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Dabei liegen Schwerpunkte auf der psychotherapeutischen Nachsorge bei onkologischen Erkrankungen und der Entwicklungsförderung von Kindern mit Beeinträchtigungen. Ein weiteres Angebot ist die Begleitung von Menschen mit privaten und beruflichen Fragen und bei der persönlichen Weiterentwicklung. Ich arbeite tiefenpsychologisch fundiert, ressourcen- und lösungsorientiert und mit einer humanistischen Grundhaltung. Die jeweilige Methodik richtet sich individuell nach den Bedürfnissen des Klienten. Neu in Planung ist eine Therapiegruppe für Frauen zur Krebsnachsorge, in der mit musikalischem Ausdruck und mit Übungen zu Achtsamkeit und Körperwahrnehmung ein positives Körperempfinden gestärkt wird.

Mirjam Blümel
Praxis für Musiktherapie
In unserem Raum biete ich neben Gesangsunterricht Einzelpsychotherapien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (u.a. mit Depressionen, Angst- und Anpassungsstörungen), Familientherapie und Entwicklungsförderung an. Grundsätzlich arbeite ich tiefenpsychologisch und personzentriert; zudem lasse ich, je nach Bedarf, systemische und verhaltenstherapeutische Methoden einfließen.
Weitere Angebote sind Entspannungstraining, Krisenbegleitung und Seminare zur Stimmgesundheit für Risikoberufsgruppen, wie z.B. Erzieher, Lehrer oder Therapeuten. In der Zukunft sind Teambuildingworkshops mit dem Thema Stimme bzw. Singen und musiktherapeutische Selbsterfahrung geplant.

Gisela Peters
Praxis für Musiktherapie
An den beiden Praxistagen kommen Klienten zur Einzeltherapie und in eine musik- und gesprächstherapeutische Kleingruppe. Schwerpunkte sind musiktherapeutische Selbsterfahrung, Trauerbegleitung und psychosomatische Nachsorge.
Im Bereich der Kindertherapie begleite ich Familien mit Pflege- oder Adoptivkindern oder Kinder in Zeiten der Rekonvaleszenz nach Krankheit, Trauer oder belastenden Erlebnissen.
Als Referentin in der Weiterbildung leite ich in der Praxis musiktherapeutisch orientierte Tages- und Wochenendseminare für therapeutische/pädagogische Berufe, für Berater und ehrenamtliche Helfer und biete eine Musiktherapie-Gruppe zur Studienvorbereitung an.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile
Als Praxengemeinschaft ergänzen wir uns auf besondere Weise:
Unsere Verschiedenheiten und Erfahrungen, unsere Vorlieben und Besonderheiten bis hin zum Altersunterschied empfinden wir als Bereicherung. Sie inspirieren uns in unserem Raum, in dem wir beim Tun jeweils auch die Schwingungen der anderen spüren können.
Einen Wunsch haben wir für die Zukunft: dass wir uns auch mal zum gemeinsamen Musizieren treffen!

Praxengemeinschaft Musiktherapie Hamburg-Winterhude
Dorotheenstr. 17
22301 Hamburg
www.musiktherapie-praxis.hamburg

Yuka Kikat
Praxis für Musiktherapie „Kokoro“
Dipl.-Musiktherapeutin (FH),
Musiktherapeutin DMtG, Heilpraktikerin für Psychotherapie
www.kokoro-musictherapy.com
Tel. 0176 32498757

Astrid Güting
Praxis für Musiktherapie
und Hakomi
Dipl.-Musiktherapeutin, Hakomi-
Therapeutin, Musik- und Sonder­pädagogin, Heilpraktikerin für
Psychotherapie
www.astridgueting.de
Tel. 040 72962925 / 0163 1646378

Mirjam Blümel
Musiktherapie
und Gesangsunterricht
Dipl.-Musiktherapeutin (FH),
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
Gesangslehrerin
www.musik-therapie.hamburg
Tel. 040 68897162

Gisela Peters
Praxis für Musiktherapie
Dipl.-Musiktherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Musikpädagogin
www.musiktherapie-giselapeters.de
Tel. 0176 52728588

Schwerpunktthema

Zum Umgang mit dem Körper in der Psychotherapie

Von Hans Ulrich Schmidt

Einführung
Auch wenn dieser Beitrag nicht explizit musiktherapeutisches Denken und Handeln berührt, erscheint das Thema für alle Therapieformen wichtig, die a) ohnehin körperorientiert arbeiten, b) dabei zu Anteilen oder wesentlich verbal vorgehen und sich c) auf die Theorie psychodynamischer Behandlungskonzepte beziehen. Alle Gesichtspunkte können sich innerhalb eines musiktherapeutischen Behandlungsprozesses wiederfinden.
In verbalen Therapieverfahren, aber auch in solchen, die künstlerisch arbeiten, geschieht emotionale Anteilnahme – etwa als supportiv ausgerichtete Interventionsform – in aller Regel verbal. Der Therapeut teilt beispielsweise mit, dass er sich des inneren Zustandes eines Patienten bewusst ist, mitfühlen kann usw. Unseren Patienten wird – oft implizit – abverlangt, Impulse körperlicher Zuwendung zum Therapeuten im Rahmen des Übertragungsgeschehens zu sublimieren und gemeinsam zu interpretieren. Ein solcher Vorgang mag im Rahmen menschlichen Beziehungserlebens zuweilen ein wenig künstlich anmuten. Die Tatsache übrigens, dass nicht selten auch primär psychodynamisch orientierte Psychotherapeuten körperorientierte Methoden mit einbeziehen, mag auch diesem Umstand geschuldet sein. In retro­spektiven Gesprächen mit Patienten wird manchmal geäußert, dass kleine Zuwendungsgesten, verbal, aber eben auch körperlich, für Erleben und Halt der therapeutischen Beziehung und auch die Ich-Stärkung hilfreich gewesen wären. Dabei handelt es sich hier keinesfalls nur um „frühgestörte“ und traumatisierte Patienten, sondern auch um solche, die durchaus symbolisierungs- und verbalisierungsfähig sind.
Die Beobachtung ist, dass auch bei noch so gutem Verständnis für Setting-Regeln, die – lege artis – vor Aufnahme einer Behandlung besprochen und deren Sinn und Hintergrund nicht selten im Vorfeld erörtert werden, überdeterminierte Situationen auftreten können, in denen völlige Ausklammerung körperlicher Zuwendung zu beträchtlicher Irritation eines Patienten führen kann. Er wird uns möglicherweise nicht von diesem Zuwendungswunsch berichten, vielleicht aus Scham, vielleicht, weil er sich als gefügiger, kooperativer Patient verhalten möchte, der das Setting respektiert. Möglicherweise kann er sogar aktuell oder retrospektiv von seinem Wunsch berichten. Wir werden ihn dann vielleicht spüren lassen, dass wir es schätzen, dass er seine Wünsche zurückstellen und/oder sprachlich ausdrücken kann. Die Tatsache, dass er auf direkte Bedürfnisbefriedigung verzichten konnte, „verbuchen“ wir als Merkmal der Reife seiner Persönlichkeitsstruktur oder seiner Abwehrmechanismen.
Eine interessante Frage ist, ob psychodynamisch oder auch behavioristisch orientierte Psychotherapeuten eine therapeutische Intervention als konflikthaft erleben, die etwa starker Traurigkeit eines Patienten in der Weise begegnet, dass sie einen spontanen therapeutischen Gegenübertragungsimpuls unterdrückt und in eine sublimierte verbale Reaktion umwandelt. Das kann z. B. der Wunsch sein, die Hand tröstend auf den rechten Unterarm des Patienten zu legen, denn „der Behandlungsvertrag gibt das sublimatorische Ziel vor. Die Selbsterfahrung macht mit den eigenen vorsublimatorischen Ursprüngen und den misslungenen und geglückten Sublimierungsversuchen vertraut und erlaubt dadurch sowohl die Perspektive auf das Sublimierungspotenzial des Patienten als auch deren Risiken des Missglückens“ (Speidel 2013, S. 62).
Der Umgang mit dem Körper im Sinne einer Ausklammerung jeglicher Form körperlicher Zuwendung von therapeutischer Seite mit z. B. haltend-tröstender Intention, aber auch bezogen auf einen Raum, der dem Körpererleben des Patienten mit entsprechenden Ängsten etc. von therapeutischer Seite in den primär verbal angelegten Psychotherapieverfahren (also vor allem den drei Richtlinienverfahren tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie sowie Verhaltenstherapie) zur Verfügung gestellt werden könnte, ist Gegenstand kritischer Diskussionen. Im Unterschied zu solchen psychotherapeutischen Methoden, die – meist in Kombination mit verbaler Vertiefung – entweder explizit auf den Körper fokussieren (körperorientierte Methoden wie Progressive Muskelrelaxation, Feldenkrais) oder diesen zumindest mit einbeziehen (Künstlerische Methoden wie Musik-, Tanz- oder Kunsttherapie), bleibt er in den verbalen Verfahren ausgeklammert. Beim Umgang mit diesem Thema finden sich oftmals polarisierende Positionen, die entweder den sexuell konnotierten Missbrauch der therapeutischen Beziehung als mögliche Folge fürchten oder eine therapeutische Position vertreten, die einer Ausklammerung jeglicher körperlicher Zuwendung zwingend bedarf. „Grautöne“ gibt es in dieser Diskussion kaum.
Wenn – vereinzelt – die stärkere Berücksichtigung von Körper/Körpererleben eingefordert wird, stehen oft stationäre Behandlungskonzepte im Fokus. „Trotz des nachgewiesenen negativen Körperkonzeptes psychisch Kranker gibt es bisher nur wenige Arbeiten, die den Effekt von stationärer Psychotherapie auf das Körper­erleben untersuchen. Lediglich bezogen auf Essstörungen wurde eine Verbesserung des Körperkonzeptes und -bildes durch stationäre Psychotherapie gezeigt“ (Stumpf et al. 2011, S. 173). Bei 153 stationären Patienten (Essstörungen, Depressionen, somatoforme Störungen) profitierten depressive und essgestörte Patienten mit Effektstärken von -0.4 bis -0.7 bzw. -0.3 bis -0.7 mehr als Patienten mit somatoformen Störungen (-0.2 bis -0.4) (s. ebd., S. 172f.) im Sinne einer Verbesserung ihrer Körperkonzepte. Bereits in solchen Zusammenhängen wird eine Unterrepräsentation körperfokussierter Betrachtungen deutlich. Für die ambulante Psychotherapie finden sich in diesem Zusammenhang kaum Studien, die auf Veränderungen des Körper­erlebens fokussieren. In Literatur und Diskussion noch weniger repräsentiert erscheint die Handhabung von Körperlichkeit innerhalb der Therapeut-Patient-Beziehung.
In einer aktuellen, zusammenfassenden Übersicht stellen Gumz et al. (2014) gängige verbale Interventionstypen in psychodynamischen Settings zusammen. In ihrer Beschreibung von 37 – inhaltlich orientierten – verbalen Interventionskategorien sind „weitere bedeutsame Merkmale wie therapeutische Haltungen, Einstellungen, inhaltliche Stimmigkeit einer Intervention, Vermitteln von Empathie oder andere nonverbale Aspekte… nicht berücksichtigt“ (S. 235). Interessant erscheint, dass die Autorinnen bereits auf Bereiche verweisen, die jenseits expliziter sprachlicher Bedeutungen angesiedelt sind. Das „Vermitteln von Empathie“ als zentraler Bestandteil psychotherapeutischer Haltung/Beziehungsgestaltung erscheint allein im Zuge der Analyse verbalen Intervenierens nicht ausreichend erfassbar. „Wir wissen, dass die nonverbale therapeutische Kommunikation äußerst bedeutsam und mit verbalen Informationen und prosodischen Merkmalen eng verflochten ist. Nichtsdestotrotz ist vor allem die Sprache das Werkzeug des Therapeuten. Zumindest bewusst interveniert er primär verbal, und die verbalen Äußerungen machen einen bedeutsamen Teil der Aktivitäten und Geschehnisse in den Sitzungen aus“ (ebd., S. 222).
Gleichzeitig erscheinen vermehrt Beiträge, die auf den Missbrauch der Therapeut-Patient-Beziehung, insbesondere den sexuellen, fokussieren. Es sei „zu begrüßen, dass Risiken und speziell auch Missbrauch in Therapien in den letzten Jahren auch im deutschen Sprachraum mehr Beachtung…finden“ (Franke et al., S. 199–200).
In Forschung und Diskussion findet sich also sowohl die Forderung nach strikter körperlicher Zurückhaltung (auch aus therapeutisch-methodischen Gründen) als auch die Warnung vor dem „Produkt“ Missbrauch bei Nicht-Einhaltung. Eine differenzierte Betrachtungsweise und Diskussion fehlt meist. Es ist denkbar, dass bereits in der Geschichte der Psychoanalyse eine Wurzel für diese Anschauungen liegt, unter anderem in unterschiedlichen Positionen, später im Konflikt zwischen Jung und Freud um den Umgang mit Nähe zu psychoanalytisch behandelten Patientinnen. „Im Umgang mit Patienten konnte Jung unverblümt direkt sein. Als eine junge Frau es einmal satt hatte, über ihre unerwiderte sexuelle Übertragung zu reden, und ihm vorschlug, sie sollten sich lieber gemeinsam auf die Couch legen, erwiderte Jung trocken: „Ja, das könnten wir – aber dann müssten wir wieder aufstehen“ (Kerr, S. 13).
Der vorliegende Beitrag hat nicht die Intention, einen Überblick über diejenigen, nicht in geringer Zahl vorhandenen psychotherapeutischen Zugangsformen zu geben, die z. T. primär auf den Körper fokussieren (PMR, Feldenkrais etc.) oder diesen zumindest immer wieder – explizit und implizit – zum Thema machen (Musik-, Tanz-, Kunsttherapie, Psychodrama). Eine gute überblickende Diskussion zur Einbeziehung des Körpers im Sinne einer „leibfundierten analytischen Psychotherapie“, also der Versuch einer Integration des Körperlichen in die primär verbal angelegt „Psychotherapiewelt“, findet sich u. a. bei Heisterkamp (1993). Es geht dem Verfasser darum, den Umgang mit dem Körper und mit der Körperlichkeit für diejenigen Verfahren zu reflektieren, die als verbal ausgerichtete Psychotherapieverfahren schon deshalb einem Großteil unserer ambulanten Psychotherapiepatienten zugute kommen, weil sie als einzige von den Krankenkassen erstattet werden.

Historische Aspekte
„Während Freud – wohl mit Rücksicht auf das damalige Wissenschaftsverständnis – noch eine naturwissenschaftliche Psychologie entwarf,… hebt Jung ausdrücklich die psychosomatische Einheit des Organismus hervor…“ (Heisterkamp 1993, S. 9). Das macht für Carl Gustav Jung a priori die stärkere Einbeziehung des Körpers/körperlicher Vorgänge unabdingbar.
Ein anderer wichtiger Vertreter der unmittelbaren Integration des Körperlichen in theoretische Anschauung und psychotherapeutische Behandlung war Wilhelm Reich, nach Heisterkamp der „eigentliche Begründer der Körpertherapie“ (ebd., S. 15). „Die analytische Psychotherapie hat bisher nur beachtet, was die Kinder unterdrücken und von welchen Anlässen getrieben sie ihre Affekte zu beherrschen lernen. Die Art, in der Kinder gegen Affektregungen anzukämpfen pflegen, blieb unbeachtet. Gerade der physiologische Vorgang der Verdrängung verdient unsere schärfste Aufmerksamkeit. Es überrascht immer wieder, wie die Lösung einer muskulären Verkrampfung nicht nur vegetative Energie entbindet, sondern darüber hinaus diejenige Situation in der Erinnerung reproduziert, in der die Triebunterdrückung sich durchgesetzt hatte“ (Reich 1972, S. 226).
In der Geschichte der Psychoanalyse begründet sich anfangs erwähnte Anschauung bezüglich der Einbeziehung von Körperlichkeit v. a. auf Seiten des Behandlers möglicherweise durch zunehmende, zuletzt nicht mehr überbrückbare Konflikte zwischen Jung und Freud, die – neben Jungs von Freud nicht geteilten Vorlieben für Spirituelles und Okkultistisches – vor allem auf die persönliche Haltung Jungs zu mehreren seiner Patientinnen beruhten. Dieser pflegte zu Patientinnen und Patienten pädagogische, Arbeits-, z. T. freundschaftliche Beziehungen. In mindestens zwei Fällen waren diese sexueller Natur. Jungs berühmteste Patientin, Sabina Spielrein, die später selbst als Analytikerin tätig war, unterhielt zur Zeit ihrer Analyse bei Jung jahrelang eine sexuelle Beziehung zu ihm. In einem Brief vom 10. Oktober 1907 wandte sich Jung in einer solchen Frage an Freud: „In einer anderen Sache möchte ich Sie um Ihren erfahrenen Rat fragen. Eine Dame, von Zwangsneurose geheilt, nimmt mich zum Gegenstand ihrer eingestandenen übermäßigen Sexualphantasien, von denen sie ernstlich belästigt ist. Sie erkennt meine Rolle in ihren Phantasien als krankhaft an, möchte sich deshalb von mir lossagen und die Phantasien verdrängen. Was ist da zu tun? Soll man die Behandlung fortsetzen, die der Patientin eingestandenermaßen eine wollüstige Freude bereitet, oder soll man sie abstoßen? Der Fall ist Ihnen jedenfalls bis zum Überdruss geläufig; was tun Sie in solchen Fällen?“ (Briefwechsel Jung/Freud, 10.10.1907, zit. nach Kerr, S. 274). Freuds Antwortschreiben ist nicht erhalten.
Ganz anders liest sich Freud – in seinen Schriften zur Behandlungstechnik merkt er an: „Ich kann den Kollegen nicht dringend genug empfehlen, sich während der psychoanalytischen Behandlung den Chirurgen zum Vorbild zu nehmen, der alle seine Affekte und selbst sein menschliches Mitleid beiseite drängt und seinen geistigen Kräften ein einziges Ziel setzt: die Operation so kunstgerecht als möglich zu vollziehen… Die Rechtfertigung dieser vom Analytiker zu fordernden Gefühlskälte liegt darin, dass sie für beide Teile die vorteilhaftesten Bedingungen schafft, für den Arzt die wünschenswerte Schonung seines eigenen Affektlebens, für den Kranken das größte Ausmaß von Hilfeleistung, das uns heute möglich ist“ (Freud 1912, Studienausgabe 1982, S. 175). „Der Arzt soll undurchsichtig für den Analysierten sein und wie eine Spiegelplatte nichts anderes zeigen, als was ihm gezeigt wird“ (ebd., S. 178). An anderer Stelle erwähnt er einen weiteren Aspekt, der auf Trost ausgerichtetes Intervenieren – insbesondere körperlich – per se verbieten würde: „Sie erinnern sich daran, dass es eine Versagung war, die den Patienten krank gemacht hat, dass seine Symptome ihm den Dienst von Ersatzbefriedigungen leisten. Sie können während der Kur beobachten, dass jede Besserung seines Leidenszustandes das Tempo der Herstellung verzögert und die Triebkraft verringert, die zur Heilung drängt. Auf diese Triebkraft können wir aber nicht verzichten; eine Verringerung derselben ist für unsere Heilungsabsicht gefährlich. Welche Folgerung drängt sich uns also unabweisbar auf? Wir müssen, so grausam es klingt, dafür sorgen, dass das Leiden des Kranken in irgendeinem wirksamen Maße kein vorzeitiges Ende finde“ (Freud 1919, Studienausgabe 1982, S. 244-245). Ein gewisses Quantum an Frustration erscheint Freud also notwendig, um den Selbstreflexionsprozess aufrecht zu erhalten. Freud fährt fort: „Die Aktivität des Arztes muss sich … als energisches Einschreiten gegen die voreiligen Ersatzbefriedigungen äußern. Leichter wird ihm aber die Verwahrung gegen die zweite, nicht zu unterschätzende Gefahr, von der die Triebkraft der Analyse bedroht wird. Der Kranke sucht vor allem die Ersatzbefriedigung in der Kur selbst im Übertragungsverhältnis zum Arzt und kann sogar danach streben, sich auf diesem Wege für allen ihm sonst auferlegten Verzicht zu entschädigen. Einiges muss man ihm ja wohl gewähren, mehr oder weniger, je nach der Natur des Falles und der Eigenart des Kranken. Aber es ist nicht gut, wenn es zuviel wird“ (ebd., S. 245–246).

Zum Umgang mit dem Körper in der verbalen Psychotherapie – Positionen
Gerade Patienten mit sogenannten frühen Störungen erleben die Ausklammerung des Körperlichen als unverständlich, unbefriedigend, manchmal kränkend. Insbesondere für sie können dosierte Körperberührung, aber auch ausreichender und wohlwollender Raum für die Darstellungsmöglichkeit und wohlwollende Kommunikation körperbezogener Fragen, Ängste etc. elementare beziehungsstiftende Funktion einnehmen. „Die Frage, wieweit man, besonders zu Beginn mit einer … offen-direkten Zuwendungsbereitschaft gehen kann, ist im Einzelfall sehr schwierig zu beantworten und stellt ein Geflecht aus Patient-Umfeld-Bedürfnis und therapeutischer Reserve dar. Betont sei nochmals, dass die aktivere Einstellung nicht zu einer dauernden Therapeutenhaltung werden darf, sondern in späteren Therapiephasen zurückgenommen werden muss. Nach unserer Erfahrung ist die Angst, dies sei später schwierig oder unmöglich, unberechtigt“ (v. Rad u. Sellschopp-Rüpell, 1987, S. 8–9).
Büntig (1992) merkt an: „Das Ausmaß der möglichen Entfaltung des Patienten in der Psychotherapie ist begrenzt durch die Identifikation des Therapeuten mit seiner eigenen leib-seelischen Fixierung. Diese … beschränkt das Spektrum seiner Handlungsfähigkeit. Ein Therapeut, der sich stets selbst hält wegen der Gewohnheit, sich zusammenzunehmen oder gar zusammenzureißen, und der damit verbundenen Angst, seine Grenzen zu verlieren, sich aufzulösen…, wird die Umarmung durch einen anderen Menschen meiden und damit die Entwicklungsmöglichkeiten seines Patienten erheblich beschränken. Sein Patient wird nicht im Traum daran denken, sich in irgendeiner Weise auf eine Regression einzulassen, in der Gehaltenwerden angesagt wäre… In einer solchen Beziehung würde vielleicht über Aggression und Lust phantasiert werden können, aber stets auf der Ebene der Beziehung von Hirn zu Hirn stattfinden und aus der Ebene vor Herz zu Herz und Mensch zu Mensch ausgesperrt bleiben…“ (S. 174–175). Büntig ermutigt also uns Therapeuten, uns mutig mit denjenigen Grenzen unserer therapeutischen Identität und unserer therapeutischen Erlebens- und Verhaltensmuster, die uns blockieren könnten, auseinanderzusetzen und diese immer wieder in Frage zu stellen.
Thomä (1992) führt dazu aus: „Wurde … ein Patient jahrelang schwer frustriert, halte ich es für denkbar, dass Berührungen Wunder wirken können“ (S. 130). Er schränkt dann ein: „Was immer die Heilwirkung von Berührungen ausmachen mag, so sind das Erleben und die Entstehung von Mängeln und Defekten des körperlich verankerten Selbstgefühls eine recht komplexe Angelegenheit“ (Thomä 1992, S. 130). Wenn Thomä von einer „recht komplexen Angelegenheit“ im Bezug auf die Entstehung von Mängeln und Defekten des Selbstgefühls schreibt und dies nicht weiter kommentiert, scheint es, als ob er vor allem auf eine aus seiner Sicht wahrscheinlich fehlende nachhaltige innerliche Verankerung im Sinne von fehlenden nachhaltigen Integrationsmöglichkeiten obiger „Wunder“ hindeuten möchte.
Mit einer auf Müdigkeitsreaktionen als Abwehr fokussierenden therapeutischen Position beschäftigt sich Zwiebel (2010): „Müdigkeitsreaktionen und Schlafimpulse in der analytischen Situation sind wahrscheinlich relativ häufig und beruhen primär auf latenten Impulsen des Analytikers, die auch unabhängig vom Patienten existieren. Sie sind Ausdruck einer mehr oder weniger starken unbewussten Tendenz, die analytisch-therapeutische Position aufzugeben und eine andere Beziehungsform mit dem Patienten zu realisieren“ (ebd., S. 12).
Obige Auslassungen fokussieren auf die Beachtung des möglichen Wunsches unserer Patienten nach einer gewissen körperlichen Zuwendung (in streng determinierten Situationen) – gleichzeitig bezeichnen sie mögliche Haltungen, die zumindest die Auffassung nahelegen, dass es wichtig sein könnte, mehr wohl dosierte und gezielt platzierte Körperlichkeit von Seiten des Therapeuten, stets mit dem Ziel eines psychotherapeutischen Gewinns für den Patienten verbunden, in eine therapeutische Grundhaltung zu integrieren. Meist setzen sich weitere Überlegungen zu solchen Haltungen jedoch dergestalt fort, dass explizit körperpsychotherapeutische Konzepte für deren Umsetzung angeführt werden. Eine mögliche – natürlich vorsichtige – Integration auch in verbale Ansätze wird konsequent ausgeblendet oder vermieden, wahrscheinlich in aller Regel nicht gedacht.
Zunächst seien hier deshalb zwei konzeptuelle Aspekte genannt, die das Ausblenden oder Nicht-Denken einer solchen Integration durchaus nachvollziehbar begründen: Die meist geforderte Notwendigkeit der Psychologisierung (bzw. Sublimierung) jeglicher Beziehungswünsche und das Problem des Machtgefälles innerhalb der Patient-Therapeut-Beziehung. Meist fußen die Warnungen vor möglicher Sexualisierung der psychotherapeutischen Beziehung auf dem zweiten Aspekt.
Speidel (2013) stellt „die professionelle Verpflichtung (des Therapeuten) dem infantilen Anspruch (des Patienten)“ (S. 61) gegenüber. „Dieser Anspruch ist ein spezifisches Risiko des Psychotherapeuten, wie sich an den nicht seltenen Fällen sexueller und anderer missbräuchlicher Beziehungen zwischen Patienten und Psychotherapeuten erweist, den professionstypischen Missverständnissen im Hinblick auf das vom Patienten erhoffte ungeteilte Angenommensein. Das darin manifestierte Scheitern des psychotherapeutischen Projektes validiert die Bedeutsamkeit der Sublimierung“ (ebd.). „In der Tat gibt es einen Konsens unter den Vertretern der als seriös geltenden Psychotherapie-Richtungen im Hinblick auf erforderliche Zielhemmungen, d. h. Sublimierungen in Psychotherapien. Sublimierung erscheint damit in Bezug auf die Tätigkeit des Psychotherapeuten ein … unentbehrlicher Begriff. Das Abstinenzangebot …gilt in allen nichtpervertierten Psychotherapien; der Vollzug wäre ein Verrat am Therapievertrag, dessen Inhalt das Ziel der Autonomie und damit die Unabhängigkeit vom Therapeuten, d. h. aber auch der Zuwachs an Sublimierungsfähigkeit sein muss… Abstinenzregel, Übertragungs-Gegenübertragungs-Konzept und eine elaborierte Theorie schützen ihn [den Therapeuten, der Verf.] vor dem gemeinsamen Verfall an eine unsublimierte Beziehungsform“ (ebd.).
Speidels Position darf als relativ typisch für die psychodynamische Sichtweise auf unser Thema gelten. Mögliche Verfehlungen werden streng geahndet, Begriffe wie „nichtpervertierte Psychotherapien“ (bzw. deren umgekehrte Entsprechung im Falle des Versagens) oder „Verrat“ sprechen hier eine deutliche Sprache, die an eine „unsublimierte Beziehungsform“ verfallenen Kolleginnen und Kollegen, wie man meinen möchte, gern aus der psychotherapeutischen Gemeinde „exkommunizieren“ würde.
Zum Thema Machtgefälle in der therapeutischen Beziehung merken Lohmer und Wernz (2013) an, dass es „selbstverständlich einen destruktiven Gebrauch von Machtpositionen durch den Psychotherapeuten in der Psychotherapie gibt. Dies geschieht dann, wenn verdeckt oder offen manipuliert wird und zum Beispiel Abhängigkeitsbedürfnisse gefördert, Unterwerfung erzwungen, Abgrenzung und Autonomiebestrebungen erschwert werden“ (S. 294). Wichtig und hilfreich sei ein konstruktiver Umgang mit dem Thema Macht. „Vom Therapeuten wird ein höheres Maß von Wissen sowie Können erwartet, als es der Patient selbst zu haben glaubt und auch hat – ein Wissen und Können, das sich dann in Interventionen aller Art niederschlagen muss“ (Lohmer u. Wernz, S. 294). Bereits eine Deutung befände sich „an der Grenzlinie einer Machtausübung“ (ebd., S. 294). „Eindeutiger identifizierbar sind als Sonderformen destruk­tiven Machtgebrauchs der sexuelle, aber auch der materielle Missbrauch“ (ebd., S. 294).
Sowohl bei Speidel als auch bei Lohmer und Wernz fehlen – oft ja so wichtige – „Grautöne“. Speidel spricht das Thema Körperlichkeit implizit im Sinne einer „pervertierten Psychotherapie“ – also als deren unzulässige Durchführung mit entsprechend verbundenem Scheitern – an. Letztere Autoren insinuieren als quasi einzige Form der Körperlichkeit den sexuellen Machtmissbrauch. Beide Positionen tabuisieren jegliche Körperlichkeit mit dem Hintergrund konstruktiver psychotherapeutischer Intention, etwa im Sinne eines Zuteil-Werden-Lassens von Wärme oder Trost unter Zuhilfenahme körperlicher Mittel (wie z. B. unterstützendes Auflegen der Hand auf den Unterarm oder das Auflegen der Hand auf den Rücken einer Patientin/eines Patienten in Situationen ausgeprägt spürbarer Traurigkeit, die nicht nur im verbalen, sondern auch im Blickkontakt etc. geteilt und gelindert werden kann).

Fazit
Mitscherlich-Nielsen (1992) bringt das Dilemma einer Diskussion um die mögliche Körperlichkeit in verbalen Psychotherapien auf den Punkt, indem sie anmerkt: „Was in der Praxis der Psychoanalyse [und hier sei auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie angeführt, d. V.] eine Gratwanderung zwischen allzu großer Nähe und pseudokorrekter Rigidität ist, mag in der Theorie unkritische Originalitätssucht einerseits versus Heiligerklärung bestehender Theorien andererseits sein“ (ebd., S. 29). Man könnte es auch so ausdrücken: Die Warnung vor Missbrauch der therapeutischen Beziehung konfligiert mit einer geforderten Art von Abstinenz, die von vielen Patienten als zumindest kränkend erlebt wird. Dazwischen liegt ein großer möglicher Erlebens- und Handlungsraum im Rahmen der therapeutischen Beziehung, der in entsprechenden Reflexionen, Diskussionen etc. entweder nicht erscheint oder nach dorthin verlagert wird, wo die Arbeit mit dem Körper ohnehin primäre psychotherapeutische Einsatzform ist.
Auffallend sind in Zusammenhängen mit unserem Thema der dann meist kategorische Verweis auf ja vorhandene Körpertherapien einerseits (die im Übrigen in der Regel ambulant nicht oder zumindest ungenügend zur Verfügung stehen), das Fehlen jeglicher Grautöne andererseits, wenn es darum gehen könnte, Körperlichkeit in milder Form in die therapeutische Beziehung auch innerhalb der verbalen Verfahren zu integrieren.
Die Diskussion um mehr körperliche Zugänge innerhalb der therapeutischen Beziehung in den primär verbal angelegten Verfahren polarisiert gern und fast stets zwischen Warnung vor (Macht)Missbrauch einerseits und Verweis auf die analytischen Grundregeln andererseits. Gerade für die sogenannten früh gestörten Patienten scheint es mir eine hohe Anforderung zu sein, von diesen stets ausreichende Sublimierungsfähigkeit zu fordern, wenn es etwa um den Wunsch nach tröstendem oder verstehendem körperlichen Berührt-Werden gehen könnte.
Dass eine solche Diskussion behutsam zu führen ist, versteht sich. Auffällig ist jedoch auch heute – in Zeiten von Bindungs- und Interaktionstheo­rien – deren allgegenwärtige Abwesenheit.

Das Thema wurde ausführlich auch im Rahmen einer musiktherapeutischen Tagung („Musiktherapie und Körper“, 27. werkstatt für musiktherapeutische forschung augsburg 2015) und eines – z. T. auf diese bezogenen – Buches („Der Körper in der Musiktherapie“, Hanna Skrzypek u.a., Reichert Verlag 2016) behandelt. Teile des Beitrages entstammen einem Beitrag des Verfassers in diesem Buch.

Der Autor:

Prof. Dr. Hans Ulrich Schmidt
Zentrum für Musik
und Musikpädagogik
der Universität Augsburg
Leopold-Mozart-Zentrum
Maximilianstr. 59
86150 Augsburg
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Ambulanzzentrum und Institut
und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Dir. Prof. Dr. Dipl.-Psych. B. Löwe
Universitätskrankenhaus Eppendorf, Zentrum für Innere Medizin, Martinistr. 52, 20246 Hamburg; e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Musiktherapie Universität Augsburg (erhältlich beim Reichert Verlag)

Hanna Skrzypek/Hans Ulrich
Schmidt/Tonius Timmermann
Der Körper in der Musiktherapie
2016. 200 S., 24,90 EUR,
ISBN 978-3-95490-098-5.

Andreas Wölfl
Gewaltprävention mit Musik:
Empirische Wirkungsanalyse
eines musiktherapeutischen
Projektmodells
2014. 368 S., 49,80 EUR,
ISBN 978-3-95490-010-7.

Eric Pfeifer
Musiktherapie als Fördermaßnahme
in der Schule
Eine Studie zum Zusammenhang
von Fremdheitserfahrung,
Integration und Prävention
in Schulklassen
2014. 392 S., 49,00 EUR,
ISBN 978-3-95490-013-8.

Hans Ulrich Schmidt/
Tonius Timmermann (Hg.)
Symbolisierungen in Musik, Kunst
und Therapie – präverbal, nonverbal,
verbal, transverbal
2012. 208 S., 24,90 EUR,
ISBN 978-3-89500-894-8.

Eric Pfeifer
Outdoor Musiktherapie
Musiktherapie jenseits
des klassischen Settings
2012. 112 S., 24,90 EUR,
ISBN 978-3-89500-871-9.

Zum Mitmachen

Kleine Hilfen mit Atem, Bewegung und Stimme

Von Sabine Rittner

„… spiele friedlich mit der Wirklichkeit der Welt“ – Eine Bewegungsmeditation
In der letzten Ausgabe der MuG habe ich Ihnen 7 Mini-Meditatio­nen für kurze körperbezogene Bewusstseinsmomente mitten im Alltag vorgestellt. Demgegenüber lade ich Sie heute ein, sich eine längere, etwa einstündige Auszeit zu gönnen für eine faszinierende Bewegungsmeditation, die zu meinen absoluten persönlichen Favoriten zählt. Sie ist inspiriert von „Tandava“, einer Urform des Yoga der Bewegung, das seit 5–6000 Jahren im Indus-Tal überliefert ist. Hier können Sie die meditative Bewusstseinsqualität der „hellwachen Entspanntheit“ weiter kultivieren, die unserem Gehirn einen Zustand optimaler Synchronisation und Vernetztheit ermöglicht und unserem Körper ermöglicht, sich zu regenerieren und selbst zu heilen. Tandava ist ein freier, zeitlupenartig verlangsamter Tanz, der zu einer Erfahrung von Räumlichkeit, Weite und Freiheit auf den Ebenen des Körpers, der Emotionen und des Geistes führen kann. Die Sanskrit-Silbe „Tan“ bedeutet dabei Ausdehnung, Ganzheit, Dauer, das Wort „Tandava“ bedeutet in etwa Tanz des Kosmos. Vergleichen wir unseren Körper mit einem sensiblen Saiteninstrument, so schwingt es, wenn es gut gestimmt ist, in Resonanz mit seiner Umgebung und spielt sich „wie von selbst“, d.h. aus der Fülle unserer Selbstqualitäten heraus. Ist es zu stark gespannt, drohen die Saiten zu reißen (was u.a. zu Schmerzen, Leistungsdruck, Hypertonie, den Kopf zu voll haben führen könnte). Sind die Saiten jedoch zu locker, können sie nicht schwingen und es kann ihre ureigene Musik auf ihnen nicht hörbar werden (was entsprechend Motivationsmangel, Schlaffheit, Unzufriedenheit, Antriebsschwäche, Hypotonie etc. verursachen könnte). Tandava oder der mystische „Tanz des Shiva und der Shakti“, wie diese Meditation auch genannt wird, unterstützt Sie dabei, ihr Körperinstrument optimal zu stimmen, es zu eutonisieren, damit es seinen Wohlklang wieder frei entfalten kann. Wenden wir uns nun konkret dem Ablauf der Bewegungsmeditation zu.

Vorbereitung
Nehmen Sie sich etwa 60 Minuten Zeit und wählen Sie einen Ort, an dem Sie während der Meditation ungestört sind. Legen Sie gut sichtbar eine Uhr in Ihre Nähe. Außerdem brauchen Sie Papier, etwas zum Schreiben und Farbstifte/Wachsmalkreiden, wenn Sie das möchten. Setzen Sie sich bequem und aufrecht hin, entweder auf ein Meditationskissen oder einen Hocker, so wie es für Sie leicht und angenehm ist.

Einstimmung
Fokussieren Sie sich sehr kurz auf ein Thema, das Ihnen am Herzen liegt, auf eine Frage, ein Anliegen. Bündeln Sie dieses Anliegen in einem klaren Satz, schreiben Sie diesen Satz, diese Frage auf und drehen das Blatt dann um. Lassen Sie es los, indem sie es imaginativ an einen guten Platz irgendwo dort draußen vertrauensvoll ablegen. Stellen Sie sich vor, dass gut dafür gesorgt wird, Sie sind jetzt nicht mehr zuständig.

Phase 1: 5 Minuten
Setzen Sie sich aufrecht und entspannt hin, wenn es Ihnen leicht fällt in Meditations-Sitzhaltung, schließen Sie die Augen oder lassen Sie Ihren Blick entspannt auf etwas Angenehmem in Ihrer Nähe ruhen. Lauschen Sie…, spüren Sie…, schauen Sie der Bewegung Ihres Atems zu…, wandern Sie weiter, von einer Wahrnehmung zur nächsten, ohne irgendwo „anzuhaften“ oder irgendetwas zu bewerten. Stellen Sie sich vor, wie sich nach und nach überall in Ihrem Körperinnenraum ein Leuchten ausbreitet.

Phase 2: 5 Minuten
Zeitlupenartig lassen Sie jetzt sehr (!) langsame Bewegungen Ihrer Hände, Unterarme, Oberarme, Schultern, Ihres Oberkörpers entstehen. Schauen Sie diesen Bewegungen innerlich zu und lassen Sie sich in jedem Augenblick von neuem überraschen, welche Bewegung als nächstes kommen möchte. Ich empfehle Ihnen, die Augen defokussiert leicht geöffnet zu lassen, ihre Zunge liegt entspannt im unteren Gaumen, der Nacken ist weich, Ein- und Ausatem bewegen tief unten den Bauch.

Phase 3: 15 Minuten
Setzen Sie jetzt Ihre Bewegungen im Stehen fort. Stellen Sie sich dazu sehr breitbeinig hin, die Knie gebeugt, dabei stehen die Füße deutlich weiter auseinander, als Ihr Becken breit ist. Stellen Sie sich vor, Sie „reiten auf einem majestätischen Tiger“. Lassen Sie die sehr langsamen, freien Bewegungen sich auf Ihren gesamten Körper ausbreiten. Dabei geben Sie viel Raum unter Ihren Achseln und zwischen Ihren Beinen frei. Stehen Sie immer auf beiden Füßen, auch wenn sich vielleicht manchmal das Gewicht verlagert, bleiben Sie flexibel und weich am Platz stehen, die Knie sind gelöst, gebeugt in einer Linie über den Zehen, der Kopf bleibt oben, die Arme sind weich. Atmen Sie tief vom Bauch her und hinten vom sich hebenden und senkenden Steiß, dabei lockt der Einatem die sanft aufsteigenden Bewegungen hervor, der Ausatem die absteigenden Bewegungen. Wichtig ist: Beide Seiten des Körpers bewegen sich unabhängig voneinander, das linke Knie weiß nicht, was der rechte Arm macht… Lassen Sie sich in jeder Sekunde von neuem überraschen, wohin Sie die nächste langsame Bewegung der rechten Hand, der linken Schulter, des unteren Rückens… führen möchte. Körperempfindungen, Gefühle, Bilder, Gedanken… alles was auftaucht, lassen Sie weiterziehen, um immer wieder neugierig zuzuschauen, wohin die nächste Bewegung Sie führen möchte. Kundschaften Sie die Sphäre, die Sie umgibt, aus, streicheln Sie den Raum wie eine Substanz, bewegen Sie sich wie im Wasser. Entspannen Sie immer wieder auch die Zunge.
Diese eigentliche „Tandava“-Phase der Meditation hat nichts von Ausdruckstanz oder Expression, sie möchte Sie im Gegenteil verlocken, sich hineinfallen zu lassen in die Glückseligkeit des Nicht-Wissens, in die Ekstase des Augenblicks. Seien Sie immer wieder offen für das, was Ihnen der nächste Augenblick zeigen, wo er Sie hinführen wird, welche Bewegung als nächstes wie von selbst entsteht. Sollten hier und da Gefühle oder Gedanken auftauchen, messen Sie ihnen keine Bedeutung bei. – Nach einer ganzen Weile könnte es sein, dass Ihr Tanz Töne aus Ihnen hervorlocken möchte. Dann lassen Sie dies geschehen und lauschen Sie, wie Ihr Körper die fließenden Bewegungen zu Stimm-Klang werden lässt und Klang zu Bewegung wird, beides untrennbar verbunden.

Phase 4: 5–10 Minuten
Nach genau einer Viertelstunde des Tanzens setzen Sie sich recht plötzlich hin. Lauschen Sie in die Stille hinein und spüren Sie die feinen Vibrationen überall in Ihrem Körper, den Raum, der entstanden ist, die Lebendigkeit, die in Resonanz ist mit allem, was Sie umgibt. Gleiten Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit im Innenraum Ihrer Körperteile herum „wie ein Kanu auf einem Dschungelfluss“.

Ausklang
Am Schluss lesen Sie sich Ihr Anliegen, Ihre Frage vom Anfang nochmals durch und malen Sie, schreiben Sie intuitiv, was immer sich jetzt zeigt. Auch dies geschieht in der Haltung des Staunens, des Interesses, der Neugierde: Schauen Sie den Händen zu, was sie malend sichtbar machen, was sie schreibend ausdrücken möchten, „wie vom Selbst“. Das Tor zu Ihrer Intuition, zu Ihrer inneren Weisheit, ist jetzt weit geöffnet. Wenn möglich, tauschen Sie sich abschließend mit jemandem aus über das, was Ihnen begegnet ist in dieser Jahrtausende alten Bewegungsmeditation. Sie gewinnt sehr an Intensität, wenn Sie sie mit anderen Menschen gemeinsam praktizieren. In diesem Falle ist es jedoch einfacher, die Augen beim Tanzen geschlossen zu halten, um sich nicht mit den Bewegungen der anderen zu vergleichen und ablenken zu lassen. Sollten Sie sich in einem fragilen psychophysischen Gesundheitszustand befinden, so empfehle ich, sie in Begleitung einer kompetenten Person Ihres Vertrauens zu machen.
Falls Sie jetzt den Eindruck haben, dass die Praxis des Tandava anspruchsvoll ist, so lassen Sie sich trösten: Daniel Odier, der diese Form der Meditation (aus der Kaula-Tradition des kaschmirischen Tantrismus) lehrt, ist der Ansicht, man bräuchte 10 Jahre der täglichen Übung, um eine leise Ahnung davon zu bekommen, in welche Dimensionen diese Meditationspraxis führen kann. Alles, wozu ich Sie hier einlade, ist lediglich, einen Hauch davon zu schnuppern, einer leisen Schwingung davon zu lauschen, ohne jeden Anspruch auf Perfektion. Abhinavagupta, ein Philosoph, der im 5. Jahrhundert in Kaschmir lebte, schreibt in einem seiner Gedichte: „Stelle dich gleich außerhalb des geistigen Fortschreitens, außerhalb der Versenkung, […] außerhalb des Forschens, außerhalb der Meditation. […] Höre wohl! Binde dich nicht länger an dieses oder jenes […], bleib in deiner wahren, absoluten Natur, spiele friedlich mit der Wirklichkeit der Welt.“

Die Autorin:

Sabine Rittner
ist Musikpsychotherapeutin, approb. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Psychotherapeutin (HP), Hypnotherapeutin, Traumatherapeutin mit Spezialisierung in der Arbeit mit veränderten Bewusstseinszuständen, körperorientierter Therapie und systemischer Therapie mit der inneren Familie (IFS). Sie ist tätig am Institut für Medizinische Psychologie der Universitätsklinik Heidelberg (Lehre, Psychotherapie, Musiktherapie- und Bewusstseinsforschung), sowie in eigener Praxis (Therapie, Supervision, Coaching). Umfangreiche Publikationen zu den Themenkomplexen Bewusstseinsforschung – Klang – Trance – Stimme – Musiktherapie u.a. Weitere Informationen unter:
www.SabineRittner.de