Heft 49 ist erschienen!

Musiktherapie und Songwriting

Im Musiktherapeutischen Songwriting erschaffen die Klienten mit Unterstützung des Therapeuten/der Therapeutin eigene Lieder und Texte und können darin ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche u. a. zum Ausdruck bringen.

Editorial

Wieder ist es so weit! Eine neue, spannende, reichhaltige und vielfältige Ausgabe, mittlerweile unsere 49. MuG, erwartet Euch/Sie!
Im „Klinikspaziergang“ führt uns Martina Leipoldt-Döring in die Soteria-Klinik Leipzig, die auf die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert ist. Es gibt dort Musiktherapie als indikatives Gruppenangebot nach dem – aus meiner Sicht wertvollen und leider wenig vertretenen – Konzept der „Regulativen Musiktherapie“ von Christoph Schwabe.
Nicolas Bauer präsentiert zwei spannende Fallstudien mit Musiktherapie bei dissoziativer Identitätsstörung. Über acht Monate führte er im Rahmen eines stiftungsgeförderten Forschungsprojektes Gruppenmusiktherapiesitzungen durch, um zu erfassen, ob Musiktherapie hilft, zwischen den verschiedenen Persönlichkeitsanteilen zu vermitteln. Insgesamt konnten 100 Therapiestunden, kombiniert aus Gruppen- und Einzelsitzungen, finanziert werden! Musiktherapie kann interaktionell helfen, kindlichen Anteilen zu ermöglichen, positive Erfahrungen zu machen. Als Fazit macht Bauer Vorschläge bezüglich des therapeutischen Vorgehens und empfiehlt explizit Gruppentherapie für diese Klientel.
Gleich acht Beiträge widmen sich unserem Schwerpunktthema „Songwriting“:

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Vorschau Heft 50 (2026)

Harmonie der Gegensätze: vielstimmig im Einklang

Die Polarisierung der Gesellschaft wird oft nicht mehr im Diskurs verhandelt, sondern kennzeichnet sich zunehmend durch Ausgrenzung bis zu Gewalt. Die Spiegelung zeigen auch unsere Patienten in der Musiktherapie.

Inhaltsverzeichnis

Editorial
Hans Ulrich Schmidt

Musiktherapeutsicher Klinikspaziergang
„Von der Betäubung zur Wahrnehmung des Seins“
Martina Leipoldt-Döring

Praxisvorstellung
Zwischen Vielfalt und Versagen – meine Erfahrung mit DIS und Musiktherapie
Nicolas Bauer

Patienteninterview
Zwischen Erinnern und Erfinden: Songwriting und Demenz
Alexandra Takats

Schwerpunktthema I
Eigene Lieder finden. Musiktherapeutisches Songwriting – ein Überblick
Karin Holzwarth und Gerhard Kappelhoff

Schwerpunktthema II 
KI im musiktherapeutischen Songwriting. 
Technische Einsatzmöglichkeiten, inhaltliche Funktionen sowie Chancen und Grenzen
Karin Holzwarth und Gerhard Kappelhoff 

Schwerpunktthema III 
Rhythm and Poetry (Rap) – im Rhythmus des Lebens 
Rapmusik in Hamburg 
Benjamin Hoeltje und André Schnabel
Interview von Regina Lorek 

Schwerpunktthema IV 
Musiktherapeutisches Songwriting 
Ingrid Lukas 

Therapeutisches Songwriting mit Senior:innen 
Jasmin Eickholt  

Musik zur Integration
Musik überwindet Sprachbarrieren: Einblicke in die musikpädagogische Arbeit der GGS Sandstraße in Duisburg-Marxloh
Susanne Dannhorn

Aus der MusikMedizin 
Musiker:innenMedizin am UniversitätsklinikumHamburg-Eppendorf (UKE)
David Baaß, Hans Ulrich Schmidt, Julia Keyser, Marin Scherer

Capriccio cerebrale
Gehirn-Stürm & Morgenkuss: Songwriting im Gehirn und Songs über das Gehirn
Thomas Stegemann 

Menschen und Orte
News und Hochschulnachrichten Rezension

Zur Person.
Gratulation für Volker Bernius zum Bundesverdientskreuz
Hans-Helmut Decker-Voigt

Rezension
Tonius Timmermann: 
Lernen als inneres Wachstum 
Hans Ulrich Schmidt

Zum Mitmachen
Kleine Hilfen mit Atem, Bewegung und Stimme
Vom Feueratem zum Kraftlied – eine ekstatisch bewegte Songkomposition
Sabine Rittner

Impressum 
Vorschau. Impressum 

Musiktherapeutsicher Klinikspaziergang

„Von der Betäubung zur Wahrnehmung des Seins“ 
Martina Leipoldt-Döring 

Seit 2010 arbeite ich in der Soteria-Klinik des Helios Park-Klinikums Leipzig. Sie wurde 1996 neu gebaut und hat sich auf die Behandlung von alkohol-, medikamenten- und/oder drogenabhängigen Patient:innen spezialisiert. Diese Klinik beherbergt eine Entgiftungs- und eine Rehabilitationsstation und behandelt Menschen mit einer stoffgebundenen Suchterkrankung. Ich bin als Musiktherapeutin im Rehabilitationsbereich tätig, wo Patient:innen ihre Langzeittherapie (12–22 Wochen) absolvieren. Die Soteria-Klinik („Soteria“ altgriechisch: Wohl, Heilung, Bewahrung, Rettung) ist in einer ruhigen, grünen Umgebung am südöstlichen Stadtrand in unmittelbarer Nähe zu anderen Kliniken des Helios Park-Klinikums gelegen.
Die Klinik kann ca. 154 Patient:innen aufnehmen. In ihr arbeiten zwei therapeutische Teams mit jeweils sechs bis Patientengruppen. Die Zugehörigkeit zu einer Patientengruppe, der Bezugsgruppe, und die Zusammenarbeit mit einer Co-Gruppe und deren dazugehörigen Gruppen- bzw. Co-Therapeuti:nnen sind die Grundlage der therapeutischen Zusammenarbeit und sorgen für die Integration der Patient:innen in der Klinik. Der Fachbereich der Musiktherapie ist seit Anbeginn ein therapeutischer Bestandteil der Soteria-Klinik. Ich arbeite an der Klinik in einem multiprofessionellen Team. Das multimodale Konzept und das Betrachten der Pathologie und des Wesens der Patient:innen von unterschiedlichen Seiten (ärztliche, psychotherapeutische, fachtherapiebezogene Betrachtungen) gehören zur essenziellen Grundlage unserer Zusammenarbeit. Wöchentliche Teamsitzungen, Morgenbesprechungen und Zusammenkünfte der Gruppentherapeut:innen und Mitarbeiter:innen der Fachbereiche Ergo-, Sport- und Musiktherapie sind feste Bestandteile unseres Wochenplans.
Die Soteria-Klinik verfolgt ein ganzheitliches Therapiekonzept, welches auf einem tiefenpsychologischen Krankheitsverständnis basiert. Der Therapieansatz ist gleichermaßen verhaltenstherapeutisch, systemisch und tiefenpsychologisch aufgestellt. Eine gründliche Auseinandersetzung mit der Lebens- und Suchtgeschichte sowie aktuellen Belastungssituationen und Konflikten soll helfen, die Funktionsweise von Suchtmitteln zu erkennen, um somit Veränderungen im Denken, Fühlen und Handeln anzustoßen und eine zufriedene Abstinenz zu erreichen.

Die Pathologie der Sucht
Hinter bzw. unter der Sucht liegen psychische Belastungen, Störungen und Krankheiten. Zu den Nebendiagnosen der Patient:innen zählen häufig Depressionen, ADHS, Angst- und Panikstörungen oder Zwangsstörungen. Das Klientel der Klinik hat sich in den letzten Jahren hinsichtlich der stoffgebundenen Abhängigkeiten und der individuellen Motivation der Patient:innen stark verändert. Es kommen zahlreiche junge Menschen mit einer Crystalabhängigkeit und haftnormierte Patient:innen in die Leipziger Suchtklinik. Crystal Meth ist eine sehr aggressive chemische Droge, die die Menschen nicht nur körperlich zeichnet, sondern auch die Merk- und Konzentrationsfähigkeit massiv einschränkt. Neben körperlichen Einschränkungen müssen Suchtpatient:innen wieder lernen, mit Gefühlen umzugehen. Negativ besetzte Gefühle wurden jahrelang durch den Konsum der Suchtmittel gedämpft, unterdrückt und verdrängt. Die Patient:innen sollten in der Therapie wieder ins Spüren, Wahrnehmen und Ausdrücken von Gefühlen kommen.

Musiktherapie im Setting der Bezugsgruppe
In den Musiktherapiestunden, die innerhalb der Bezugsgruppe (acht bis zwölf Patient:innen) für 70 Minuten im wöchentlichen Turnus stattfinden, geht es um das Verhalten und Erleben der jeweiligen Patient:innen. Zudem sollen Patient:innen dort abgeholt werden, wo sie gerade stehen.
Die Stunde startet mit einer verbalen Befindlichkeitsrunde, während der die Patient:innen die Möglichkeit und den Raum bekommen, sich selbst mit der momentan spürbaren gedanklichen, emotionalen und körperlichen Seite des Inneren zu zeigen. Nach der Befindlichkeitsrunde gibt es noch die Möglichkeit, Bezug zueinander in einer sog. „Resonanzrunde“ zu nehmen. Danach gebe ich musikalische Anregungen in die Gruppe, um zur Improvisation mit Instrumenten anzuregen. Dabei versuche ich das Gesagte einzubeziehen und im Verlauf der Stunde an genannten oder sich entwickelnden Themen der Patient:innen zu arbeiten. Die Improvisationen sind dabei Mittel zum Zweck, am Verhalten und Erleben der Patient:innen anzusetzen und sich bestimmter Dynamiken in der Gruppe, der Kontaktgestaltung, der Beziehungs- und Wahrnehmungsfähigkeit bewusst zu werden. Meistens tauchen in den Improvisationen individuelle Themen, aber auch ein Ausdruck von Nähe und Distanz, Abwehr, Rollenflexibilität oder Kooperation durch das gemeinsame Handeln auf, die im verbalen Austausch in den Reflexionsrunden beschrieben und bewusst gemacht werden können.

Musiktherapie als indikatives Gruppenangebot
Die indikativen Angebote sind feste wöchentliche Bestandteile des Therapieplans. Als Musiktherapeutin der DMVS, nach dem Konzept von Christoph Schwabe, bin ich vertraut mit der „Regulativen Musiktherapie“ (RMT) und sehe die Möglichkeit, eine rezeptive Form der Musiktherapie anzubieten, als große Bereicherung und Chance an. RMT setzt an der Wahrnehmung an und ist als Begegnung mit dem eigenen Selbst und dem Außen zu verstehen. Beim Hören von Musik (europäischer Instrumental- und Konzertmusik von 1750 bis heute) können sich Patient:innen auf drei Ebenen bewusst werden über Gedanken, Gefühle, Stimmungen und Erinnerungen; momentane Körperwahrnehmungen; Wahrnehmungen der äußeren Realität bzw. der Musik. Durch eine offene und wahrnehmende Haltung gelangen Klient:innen somit zu verschütteten und verdrängten Erlebnisinhalten, denen sie sich innerhalb des therapeutischen Prozesses zuwenden können. Innerhalb der Übungen gibt es die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung zwischen dem Außen und dem Innen hin und her pendeln zu lassen. Der äußere Wahrnehmungsbereich umfasst die Musik und Reize bzw. Geräusche, die von der Gruppe oder dem umgebenden Raum kommen. In der anschließenden Wahrnehmungsbeschreibung nach dem rezeptiven Angebot können die Gruppenmitglieder und diese Vorgänge der Selbstbegegnung und der Begegnung mit dem Außen verbalisieren. Auch Abwehr gegen das Zulassen von Wahrnehmungen oder das Nicht-Können sowie Nicht-Wollen werden in diesem Prozess deutlich.
Ein anderer indikativer Bereich sind die ressourcenorientierten Angebote der Musiktherapie, die projektbezogen je nach Bedarf eingebettet werden. Dazu zählen Musik- oder Bandprojekte, ein Gitarren-Lernkurs oder Angebote zum Freien Musizieren sowie Singen. Diese musiktherapeutischen Therapieeinheiten haben zumeist auch pädagogische Ansätze und sollen Fertigkeiten der Patient:innen fördern, damit neue oder verschüttete Fähigkeiten und Ressourcen wieder entdeckt werden und sich weiterentwickeln können. Daraus entstehen zumeist auch Ideen für neue Hobbys und die Möglichkeit einer aktiven Freizeitgestaltung, welche die Patient:innen auch nach der Therapie weiter verfolgen können.

Meine Haltung und mein Anliegen in der musiktherapeutischen Arbeit
In den Musiktherapiestunden möchte ich einen Raum der Offenheit, Wertfreiheit und Neugierde herstellen. Die Stunde ist in gewisser Weise unvorhersehbar sowohl im Verlauf und als auch der entstehenden Dynamik. Hierbei ist immer abzuwägen, wie viel Freiraum und Unvorhersehbarkeit eine Gruppe verträgt und aushalten kann bzw. wie viel Struktur und Halt benötigt wird, um in der Gruppe handlungsfähig zu sein.
In der Befindlichkeitsrunde, zu Beginn einer jeden Stunde, geht es um das Mitteilen des eigenen Befindens, welches sich aus gedanklichen, emotionalen und körperlichen Aspekten speist. Das unkommentierte Wahrnehmen, aber Resonieren mit dem/der Sprechenden ist ein Prinzip des Councils, welches ich verfolge, um jedem Gruppenmitglied den Raum und die notwendige Zeit zu geben, sich zu äußern. Hier wird ein Grundstein für Offenheit, respektvollen Umgang, Authentizität und gleichwertige Kommunikation gelegt. Somit können Themen aus der Befindlichkeitsrunde genutzt werden, um die Instrumentalimprovisationen anzuregen.
Beispiel: In der Befindlichkeitsrunde wird viel von Unzufriedenheit, Ärger, Frust und inneren Spannungen geredet. Die Patient:innen bekommen die Möglichkeit, diesen Empfindungen und Gefühlen beim Spielen nachzugehen und inneren Impulsen durch das Spiel von Schlaginstrumenten (z.B. Trommeln, große Bass-Schlitztrommel, Percussionsinstrumente) nachzugehen. Nach dem Motto: „Spiel den Ärger raus und drücke ihn aus!“ Im Verlauf der Stunde geht es durch den Ausdruck von Spannungen und dem Nutzen des Spiels als Ventil von Spannungen und inneren Impulsen (kathartische Wirkung) auch ums Loslassen und eine innere Regulation.
Innerhalb der Instrumentalimprovisation nach dem Konzept nach Schwabe geht es um die drei sog. Handlungsfelder, die die Möglichkeiten von Erlebnis-, Verhaltens-, und Aktivitätsbereichen der Musiktherapie verdeutlichen: das sozial-interaktionelle, das wahrnehmungspsychologische und das individuell-kreative Handlungsfeld.
Die Instrumentalimprovisation ermöglicht den Teilnehmenden, eigene Emotionen, Gedanken und innere Zustände zu erforschen und auszudrücken. Sie dient der Förderung von Selbstbewusstsein und der Entwicklung eines positiven Selbstbildes. Im Rahmen der Improvisation treten die Teilnehmenden miteinander in Kontakt, lernen zuzuhören, aufeinander einzugehen und gemeinsam musikalische Dialoge zu gestalten. Dies fördert soziale Kompetenzen wie Empathie, Rücksichtnahme und Konfliktfähigkeit. Die gemeinsame Improvisation schafft ein Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Sie stärkt den Gruppenzusammenhalt und ermöglicht es den Teilnehmenden, sich als ein Teil des Ganzen zu erleben. Die Gruppe wird dabei als soziales Laboratorium verstanden, in der es ganz unterschiedliche subjektive Wahrnehmungen gibt und welche ein Übungsfeld für jeden Einzelnen darstellt. Die Improvisationen sind gleichermaßen Kommunikations- und Ausdrucksmittel eines Gruppenprozesses, welcher ein wichtiges therapeutisches Instrument meiner Arbeit darstellt.
Ich sehe mich in der Klinik als Impulsgeberin, den nonverbalen Ausdruck als einen besonderen Prozess des Innehaltens anzuregen, dabei aber auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme über das eigene Ich mit der Gruppe zu bieten. Die Musik transportiert dabei Emotionen, die den Teilnehmenden bewusster erlebbar gemacht werden. Sie kann Projektionsfläche der individuell spürbaren Themen, sowie Ausdrucks- und Kommunikationsmittel sein oder als Ventil von Gefühlen genutzt werden. Während gespielt wird, kann gefühlt, gespürt, gedacht, ausgedrückt und interagiert werden. Was gerade im Inneren da ist, wahrnehmen und zulassen zu lernen, ist eine sich verändernde, lebensbereichsübergreifende Haltung der Patient:innen, um die es in jeder Musiktherapie-Stunde geht. Die Wiedererlangung von Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit anstatt durch die Sucht in Vermeidung und Verdrängung zu versinken, sind essentielle Anliegen der handlungsorientierten Therapien. Dadurch können Abhängigkeiten unterbrochen und Beziehungs- und Konfliktfähigkeit gestärkt werden. 

Martina Leipoldt-Döring
Mag. Musikwissenschaften/Kunstgeschichte. Musiktherapeutin der DMVS. Seit 2010 in der Soteria-Klinik und der PIAE im Helios Park-Klinikum Leipzig tätig. Mitarbeiterin und Leiterin von Singkreisen und Stimmworkshops der Wildnisschule Aeracura Leipzig.

Praxisvorstellung

Zwischen Vielfalt und Versagen – meine Erfahrung mit DIS und Musiktherapie
Nicolas Bauer 

Einleitung
Als ich das erste Mal mit der dissoziativen Identitätsstörung (DIS) in Berührung kam, hatte ich keine Vorstellung vom Ausmaß dieser „Störung“. Das Konzept multipler Persönlichkeiten kannte ich aus Filmen, mir war aber nicht klar, dass sich die Therapie mit diesen so besonderen Menschen tatsächlich „wie im Film“ anfühlen würde.
Heute, viele Jahre und dutzende Therapiestunden mit DIS-Patienten später, hat sich meine erste Überraschung gelegt. Mit der Zeit entwickelte sich aus den therapeutischen Begegnungen die Idee für das Projekt „DIS und Musiktherapie“. Zwei Impulse trafen zur richtigen Zeit aufeinander: Einerseits lief die Therapie-Finanzierung meiner DIS-Patienten über den „Fonds Sexueller Missbrauch“ aus, sodass diese nach jahrelanger Begleitung keine Möglichkeit mehr hatten, die Therapie weiterzuführen. Andererseits wurde ich auf die „Stiftung Atemwege“ aufmerksam, die unter anderem musiktherapeutische Projekte fördert. Nach Einreichen meines Projektentwurfs erhielt ich die Zusage für eine Förderung von 100 Therapiestunden.
Von August 2024 bis April 2025 fand das Projekt in meiner privaten Praxis statt. Ziel war es, die Potenziale der Musiktherapie für Menschen mit DIS zu erforschen und gleichzeitig Betroffenen eine kostenlose Therapie zu ermöglichen. Der Aufbau bestand aus einer wöchentlichen Gruppentherapie mit vier Teilnehmern sowie individuell geplanten Einzelsitzungen. Jede Therapieeinheit dauerte 100 Minuten.

Was ist DIS?
Die dissoziative Identitätsstörung ist durch das Vorhandensein von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen gekennzeichnet. Diese Anteile übernehmen oft vollständig die Kontrolle über das Bewusstsein, wodurch es zu Amnesien kommen kann. Die DIS entsteht durch schweres wiederholtes Trauma im frühen Kindesalter (vor dem sechsten Lebensjahr). Zum Schutz spaltet sich die Psyche in verschiedene Teile auf, die oft keine bewusste Verbindung zueinander haben. Dies führt zu innerer Abgrenzung und extremen Identitätswechseln.

Musiktherapie als Brücke zwischen den Anteilen
Müsste ich die Wirkung von Musiktherapie auf Menschen mit DIS in einem Wort zusammenfassen, wäre es „Kommunikation“. Spaltung bedeutet Abgrenzung, manchmal so drastisch, dass einzelne Persönlichkeitsanteile nichts voneinander wissen. Musik kann diese Lücken zwar nicht vollständig schließen, aber sie ermöglicht den inneren Anteilen, sich zu stärken und miteinander in Kontakt zu treten.

Fallbeispiel 1: Tina – „Jetzt bin ich mal dran“
Folgendes Fallbeispiel verdeutlicht einen solchen Vorgang:
Die 13-jährige Tina, ein Anteil einer ca. 50-jährigen Frau, fühlte sich im Inneren nicht gehört und kaum ernstgenommen. Diese Innenwelt bestand aus zehn inneren Anteilen (männlich und weiblich, Altersspanne zwischen 2 und 50 Jahren), welche untereinander in komplexen sozialen Gebilden verbunden waren. Tina hatte die Aufgabe als Jugendliche, die noch jüngeren Anteile im System zu schützen. Dies hatte zur Folge, dass sie sich kaum noch um sich selbst kümmerte und fast vollständig in eine Selbstaufgabe rutschte. In der MT entdeckte sie das Klavier und die Improvisation für sich. Ich erlebte den Wechsel vom Gesprächs-Setting zum Klavier als einen direkten positiven Trigger für die kleine Tina, die im Inneren wohl zuhörte: Unmittelbar nach dem Start der gemeinsamen Improvisation auf dem Klavier übernahm sie hier jedes Mal das Bewusstsein und bediente das Klavier mit großer Freude.
In einer der Improvisationen ging es um ihr Thema: „Ich werde nicht gehört“. Sie beschrieb mir ihre Gefühle von Trauer und Niedergeschlagenheit, aber auch von Wut. Dieses Wut-Element wollte ich in ihr gerne stärken und wir wählten gemeinsam einen Satz: „Jetzt bin ich mal dran“, um ihn dann auf dem Klavier zu vertonen und zu festigen.
Um die Wut und den damit verbundenen Wunsch, öfter „nach vorne“ kommen zu dürfen zu verdeutlichen, schrieb sie in das gemeinsame Buch der Anteile mit dessen Hilfe diese untereinander kommunizieren. Sie formulierte ihren Wunsch klar in Richtung der anderen Anteile und diese konnten von da an verstehen, was Tina fehlte und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Das bedeutete beispielsweise, dass sie im Alltag öfter die Möglichkeit zugesprochen bekam, auf einer Kalimba zu spielen, was Tina Freude bereitete und gleichsam Druck aus dem Gesamtsystem nahm. 
Dieses Beispiel zeigt: Innere Kommunikation bei DIS-Patienten funktioniert ähnlich wie zwischen Menschen im Außen – nur oft versteckter und unbewusster. Die Musik spielte hierbei folgende Rollen:
–– Spiegel der eigenen Emotionen (von Tina)
–– Stärkung durch die Vertonung der „neuen“ Emotion (Wut)
–– Element der Unabhängigkeit durch das Instrument („jetzt werde ICH gehört!“)

Fallbeispiel 2: Theo – Weder schwarz noch weiß!
Im gleichen „DIS-System“ lebt auch der ca. 16-jährige Theo. Sein Auftreten in den Therapien kann als pubertär und „obercool“ beschrieben werden. So gibt dieser Anteil sich mir gegenüber stets so, als könne ihn überhaupt nichts beeindrucken, beängstigen oder überhaupt interessieren. Seine Haltung zu den anderen Anteilen ist extrem negativ gefärbt und von einem absoluten Schwarz-Weiß-Muster geprägt, von dem ich denke, dass es täterinduziert ist. Er unterteilt Menschen ausschließlich in Täter und Opfer, wobei er sich selbstverständlich zu den Tätern zählt (als Täter schützt man den Status Quo, die echten Täter und sich selbst vor Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit).
Nun kam durch die Musiktherapie die Möglichkeit in Theos Welt, Instrumente kennenzulernen. Sehr schnell wurde klar, dass er sich sehr für die Trommel begeisterte – was auch prinzipiell sehr gut zu einem pubertierenden, wütenden und eher orientierungslosen Jungen passt. Hierbei stellte sich auch Theos Rhythmustalent und eine gewisse positive Verbissenheit und Ehrgeiz in Bezug auf das Erlernen neuer Rhythmen heraus. Im gemeinsamen Spiel auf der Trommel und in der hierbei entstehenden Lehrer-Schüler-Dynamik zeigte sich Theo das erste Mal offen, neugierig und sogar lachend – was er natürlich stets zu kaschieren versuchte. Als ich Theo eines Tages dabei beobachtete, wie er konzentriert auf die Trommel schlug und offensichtlich Freude dabei verspürte, wurde mir deutlich: In diesem Moment ist Theo weder Opfer noch Täter. In diesem Moment der Musik, der Konzentration und Hingabe an das Erlernen dieser Rhythmen konnte etwas Drittes entstehen, das weder schwarz noch weiß war. Ich stellte Theo auch genau diese Frage: „Wenn Du trommelst, bist Du dann Täter oder Opfer?“ Seine Antwort ist er mir bis heute schuldig geblieben, aber es war eindeutig zu spüren, wie diese Frage im besten Sinne an seinem Weltbild rüttelt.
Auch der 50-jährigen „Alltagsperson“ erzählte ich diese Geschichte im Nachhinein und wies in unseren Treffen immer wieder auf diesen Aspekt der Auflösung von schwarz und weiß mithilfe der Musik hin. Diese Geschichte zeigt auch, dass jeder noch so „dunkle“ und negativ geprägte Anteil in DIS-Personen einen Kern hat, der das Gute kennt und es eigentlich auch verkörpern möchte.

Musiktherapie als Erfahrungsraum für neue Rollen
Beide Beispiele zeigen, dass Musiktherapie kindlichen Anteilen ermöglicht, positive soziale Erfahrungen zu machen. Viele dieser Anteile sind so stark in Täter-Programmierungen verankert, dass sie kaum eine Vorstellung von der Welt außerhalb ihrer Rolle haben; schon gar nicht kennen sie positive Begegnungen mit anderen Menschen.
Wenn es gelingt, eine musikalische Interaktion zu schaffen, kann ein solcher Anteil erstmals erleben, einfach „da sein zu dürfen“. Es geht dann oft weniger darum, konkrete Ziele zu erreichen, sondern darum, Raum für Kontakt und Beziehung zu schaffen. Der Therapeut tut hier gut daran, den eigenen therapeutischen Anspruch niedrig zu halten – eine Haltung, die verhindert, in einen übermäßigen Retter-Modus zu verfallen.
Während sich andere musiktherapeutische Methoden klaren funktionalen Zielen widmen (z. B. die Wiederherstellung von Sprache oder Bewegungsfähigkeit), lässt sich Fortschritt im innerseelischen Bereich nicht objektiv messen (und schon gar nicht in so einem komplexen wie dem der DISSysteme). Doch gerade hier liegt eine besondere Stärke der Musiktherapie: Sie schafft Erfahrungen jenseits von Sprache und konventionellen Diagnosesystemen und eröffnet neue Möglichkeiten der Selbstwahrnehmung und des inneren Dialogs.

Fazit
Die musiktherapeutische Arbeit mit DIS-Patienten war für mich als Therapeut eine riesige Bereicherung. Wichtigstes Learning aus der Arbeit in der Gruppe: Atmosphäre und Beziehung sind wichtiger als Pläne und Methoden. Zu Anfang wollte ich es „allen recht machen“ und möglichst für jeden Moment die richtige Methode parat haben. Irgendwann wurde mir klar, dass die geschaffene Atmosphäre und die Beziehung der Einzelnen untereinander, sowie zwischen mir und den Teilnehmern deutlich wichtiger ist als alle darauf aufbauenden Inhalte. Auch habe ich gelernt, dass solche Räume keine triggerfreien Zonen sein können, dass immer wieder Trigger auftreten und bestimmte Personen innerhalb der Gruppe auch „schlechte Tage“ haben dürfen. Die größte therapeutische Kompetenz liegt meiner Meinung nach darin, Stimmungen (aus-)halten zu können und den gemeinsamen Raum zwar sicher, aber trotzdem lebendig zu gestalten.
Im Folgenden habe ich einige wichtige Fragen, die in Bezug auf die Musiktherapie bei DIS auftauchen könnten gesammelt, und diese aus meiner persönlichen Sicht beantwortet.

FAQ für Musiktherapeuten
Wie gehe ich damit um, wenn während einer Sitzung verschiedene Persönlichkeitsanteile auftauchen?
In jedem Fall solltest du den jeweiligen Anteil individuell ansprechen. Wenn sich beispielsweise innerhalb einer Einheit mit einer 40-jährigen Frau auf einmal (z.B. durch die Musik ausgelöst) eine andere Persönlichkeit „nach vorne“ schiebt, die männlich und fünf Jahre alt ist, solltest du diesem Kind auch entsprechend begegnen. Das könnte z. B. im klinischen Kontext das Problem von „Sie“ und „Du“ aufwerfen – ich bin hierbei aber der Meinung, dass es ganz einfach unangemessen wäre ein Kind zu Siezen. Eine solche Situation bietet für das Innenleben der Patientin eine große Chance: Innere Anteile, die sonst wenig oder gar nicht gesehen werden, oder denen im System sogar eine absolut negative Rolle zugewiesen ist, dürfen jetzt bewusst werden und einfach sein. Aus meiner Sicht ist es unsere Aufgabe, diese Innenpersonen möglichst authentisch, intuitiv und echt zu „empfangen“ und ihnen ein friedliches Erlebnis im „Draußen“ zu bieten. Dabei können folgende Tipps hilfreich sein:

1. Nimm die Innenperson ernst!
Bei einem Anteilswechsel tritt tatsächlich eine völlig andere Person in den Außenraum. Dabei kann es sein, dass sie diesen (Therapie-)Raum überhaupt nicht kennt, der Therapeut ihm unbekannt ist und er sich erst einmal orientieren muss. Mit Offenheit, echtem Interesse und körperlicher Verankerung (Atmen!) kannst Du der Person dann helfen sich zu orientieren.

2. Begegne ihr mit Respekt und Offenheit!
So manche Innenperson ist dir vielleicht nicht sympathisch oder begegnet dir misstrauisch oder unfreundlich. Versuche hier genau so freundlich, offen und interessiert auf sie zuzugehen wie du es mit jenen Anteilen tust, die du ins Herz geschlossen hast.

3. Erwarte nichts! 
Diese neue Situation löst in dir vielleicht den Gedanken aus, dass jetzt die Chance besteht, etwas im Inneren zu verändern. Die Innenperson kommt allerdings aus einer ganz anderen Welt und weiß womöglich auch nicht, was sie nun tun kann oder will. Gib ihr Zeit und Raum zur Orientierung. Stelle Fragen und mache (musikalische) Angebote. Die besten Gespräche und/oder musikalischen Ereignisse ergeben sich, wenn die entsprechende Atmosphäre hergestellt wurde.

Ist Gruppentherapie bei dieser Personengruppe die richtige Wahl?
Eine Gruppe mit mehreren multiplen Persönlichkeiten anzuleiten ist auf der einen Seite eine große Herausforderung und bietet auf der anderen Seite große Chancen für gemeinsames Wachstum. Als Hürde erlebte ich z. B. die Angst und Scham vor unkontrollierbaren Anteilswechseln der Teilnehmer. Obwohl dies alle gleichsam betrifft, was die Scham relativieren sollte, überwog hier häufig doch die Angst vor dem Kontrollverlust (was von außen betrachtet mehr als verständlich ist). Auf der anderen Seite bietet die Gruppe einen Raum, der das Konzept der „Leidensgenossen“ im Besten Sinne verkörpert. Ähnliche Probleme, Symptome und Geschichten sorgen dafür, dass sich die Teilnehmer untereinander besser verstehen, stärken und unterstützen können. Ich erlebte die Solidarität unter den Teilnehmern als sehr stark und gleichzeitig sehr subtil: viele Dinge scheinen untereinander gar nicht explizit ausgesprochen werden zu müssen, man versteht sich quasi „ohne Worte“, weil man eine ähnliche Leidensgeschichte hat.

Was tue ich, wenn ein Anteil sich zeigt, aber nicht bereit ist, an der Sitzung aktiv teilzunehmen? Sollte der Therapeut dieses „Nicht-Teilnehmen“ respektieren oder versuchen, es zu öffnen?
Meine Erfahrung zeigt, dass auch destruktive Anteile sich öffnen können und bereit sind zu kommunizieren, wenn wir ihnen mit dem gleichen Respekt und Interesse begegnen wie den „sympathischen“ Anteilen. Erst einmal im Raum ankommen zu dürfen, sich zu orientieren und in Kontakt mit dem Therapeuten zu gehen bedeutet ja häufig schon viel Arbeit an sich. Fight-Reaktionen wie Vermeidung oder Aggression oder Flight-Reaktionen wie Panik, Angst und Flucht lösen sich meiner Erfahrung durch Ruhe und Verständnis.

Wie kann ich verhindern, dass ich mich als Therapeut zu stark mit einem Anteil identifiziere und so die Grenze zur Übertragung überschreite?
Betrachte bei Deinen „Lieblingsanteilen“ die kritischen Seiten und bei den „Unsympathen“ die Positiven. Frage Dich, von welchem Anteil Du was lernen kannst. Ideal wäre es, jedem Anteil den gleichen Raum anzubieten und jedem mit der gleichen Offenheit zu begegnen; ganz unabhängig von Sympathie oder Antipathie.

Welche Rolle spielt die Struktur der Sitzungen? Sollte ich flexibel bleiben, wenn jemand plötzlich „wechselt“, oder ist es besser, eine strikte Struktur beizubehalten? 
Eine strikte Struktur beizubehalten, obwohl sich ein Anteilswechsel vollzogen hat, kann bei dem neuen Anteil eine Art von Enge und Unbehagen auslösen. Diese „neue“ Person kommt ja potenziell aus dem Innenleben, welches mit der aktuell äußeren Realität gar nichts zu tun hat. Deshalb ist es ratsam, hier so flexibel wie möglich zu bleiben und die nach vorne getretene Person wie eine wirklich neue Person zu empfangen. Das bedeutet auch, dass ich sie begrüße (evtl. mit Namen), frage, ob sie die Umgebung kennt (außer ich weiß es schon) und langsam und einfühlsam mit der Person warm werde. Oft zeigt sich dann relativ schnell, was diese Person gerne machen möchte und im Zweifel kann einfach gefragt werden.

Danksagung
Ein ganz besonderer Dank geht an Frau Dr. med. Lieselotte Dreusicke, die als Musiktherapeutin und Zustifterin der Stiftung Atemwege dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht hat. Auch der Stiftung selbst möchte ich hiermit meinen herzlichsten Dank aussprechen. An die mutigen Teilnehmer des Projektes: Von Euch darf die Welt lernen. 

Nicolas Bauer 
Heilpraktiker für Psychotherapie, Musiktherapeut (M.A.) und Buteyko-Coach. Studium der Musikerziehung (B.A.) sowie Musiktherapie für Menschen mit Demenz und Behinderung (M.A.). Heilerlaubnis Psychotherapie seit 2020, Weiterbildung zum Atemtherapeuten.
Bis 2022 Musiktherapeut im AMEOSKlinikum Osnabrück. Seit 2023 eigene Praxis für Psychotherapie und Musiktherapie in Osnabrück. Schwerpunkte: ADHS, Trauma und Nervensystem. Seit November 2024 Host des Podcasts „ADHS positiv“.

Schwerpunktthema IV

Musiktherapeutisches Songwriting 
Ingrid Lukas 

Songwriting begleitet mich seit meiner Kindheit, lange bevor es zu meinem Beruf oder Forschungsthema wurde. In meiner Masterarbeit in Musiktherapie beschrieb ich Songwriting als eine „Brücke zwischen Schweigen und Singen“. Dieser Satz ist für mich nicht nur Theorie, sondern meine eigene biografische Erfahrung.
Als ich mit zehn Jahren aus Estland in die Schweiz kam, lernte ich zwar innerhalb kurzer Zeit Deutsch, doch in Gruppen zu sprechen fiel mir lange schwer. Ich schwieg, obwohl so viel in mir war, das sich ausdrücken wollte. Als Jugendliche begann ich, eigene Lieder zu schreiben. Diese Songs wurden zu meinem Ventil und gleichzeitig zu meinem inneren Spiegel und Kompass. In Liedern konnte ich ausdrücken, was sich nicht sagen ließ. Selbstgeschriebene Songs halfen mir, meine Gefühle zu ordnen, zu verstehen und gaben mir eine Stimme. Eine musikalische Stimme.
Was zunächst ein Rettungsanker war, wurde später meine künstlerische und berufliche Heimat. Heute arbeite ich als Sängerin, Komponistin, Stimmcoach und Musiktherapeutin an der Schnittstelle von Kunst und Therapie. In meiner Arbeit als Musikpädagogin mit sozial und schulisch benachteiligten Jugendlichen erlebte ich, wie das Schreiben eigener Lieder Identität, Selbstvertrauen und Ausdruckskraft stärkt. Diese Erfahrungen führten mich zum Studium der Musiktherapie an der UdK Berlin und zur vertieften Auseinandersetzung mit Songwriting im therapeutischen Kontext. In meiner Masterarbeit untersuchte ich, wie musiktherapeutisches Songwriting ein Kind mit selektivem Mutismus unterstützen kann. Die Ergebnisse zeigten, dass das Gestalten eigener Lieder innere Impulse aktiviert, das Erleben von Selbstwirksamkeit und Urheberschaft fördert und damit einen behutsamen Weg zu Ausdruck, Beziehung und Stimme anbahnen kann.
Während meiner fünfjährigen Tätigkeit als Musiktherapeutin in der Schweizer psychosomatischen Rehaklinik Barmelweid sowie meiner nun sechsjährigen Arbeit in der psychiatrischen Klinik Sanatorium Kilchberg durfte ich gemeinsam mit Patientinnen und Patienten zahlreiche Songs schreiben. In diesem klinischen Setting erlebe ich immer wieder, wie musiktherapeutisches Songwriting Menschen dabei unterstützt, innere Zustände nach außen zu bringen, Emotionen zu regulieren, Selbstwirksamkeit zu erfahren und neue Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.
Musiktherapeutisches Songwriting verstehe ich dabei nicht als eine Technik mit festem Ablauf, sondern als einen lebendigen, dialogischen Prozess. Er orientiert sich an der Lebenswelt, den Ressourcen und dem individuellen Tempo der jeweiligen Person. Diese offene, klientenzentrierte Haltung bildet die Grundlage meines musiktherapeutischen Arbeitens und sie prägt auch die folgenden theoretischen Überlegungen zu musiktherapeutischem Songwriting, seinen Grundlagen, Zielen und Anwendungsfeldern.

Musiktherapeutisches Songwriting
Songwriting ist für mich ein zutiefst menschliches Phänomen. Schon immer haben Menschen Lieder geschrieben, um ihre Geschichten, Gefühle und inneren Bewegungen hörbar zu machen. Immer wieder berührt mich, wie aus einer Improvisation langsam eine Melodie entsteht, sich verdichtet, wiederholt und schließlich ein Lied wird. Manchmal sind zuerst die Töne da, manchmal die Worte, die nach Klang suchen, um das auszudrücken, was innerlich in Bewegung ist.
Musiktherapeutisches Songwriting bedeutet für mich, dass Klient:in und Therapeut:in im geschützten therapeutischen Raum gemeinsam ein eigenes Lied entstehen lassen. Der Mensch mit seiner Lebenswelt steht dabei im Zentrum. Der kreative Prozess selbst ist bereits heilsam: Das Lied bietet einen geschützten Raum, in dem Gefühle und Gedanken Platz finden dürfen, die im Gespräch oft keinen Ausdruck finden. Durch die Wiederholbarkeit werden auch emotional stark berührende Inhalte handhabbar und integrierbar. Im kreativen Prozess werden Ressourcen sichtbar, neue Bedeutungen können entstehen und Beziehung kann wachsen – sowohl die Beziehung zwischen Therapeut:in und Klient:in als auch gleichzeitig die Beziehung zur eigenen Lebensgeschichte.

Ziele und Wirkfaktoren
Durch musiktherapeutisches Songwriting entsteht ein Raum, in dem Gefühle hörbar werden dürfen. Gedanken, Emotionen und innere Bilder finden in Worten und Klängen Ausdruck und können so nach außen gebracht werden. Das wirkt oft entlastend, reduziert inneren Druck und schafft Abstand zu belastenden Erfahrungen.
Durch das Schreiben und Aufnehmen eines eigenen Liedes erleben viele Menschen Selbstwirksamkeit und Identität: „Ich habe meine Melodie initiiert, meinen Text erfunden, meine Musik gestaltet und mein Produkt, mein Lied erstellt. Das bin ich.“ Das fertige Lied wird zu einem Spiegel innerer Kraftquellen und kann im Alltag Halt geben. Musik, Sprache und Beziehung wirken dabei zusammen. Sie vertiefen emotionale Prozesse, fördern Einsicht und ermöglichen neue Perspektiven. So entsteht etwas Sinnvolles, das über die einzelne Sitzung hinaus weiterwirkt.

Einordnung in Forschung und Praxis
Als Methode ist musiktherapeutisches Songwriting nicht nur erfahrungsbasiert, sondern wird seit mehreren Jahrzehnten auch wissenschaftlich untersucht. Internationale Studien und Praxisberichte zeigen übereinstimmend, dass das Schreiben eigener Lieder emotionale Verarbeitung, Selbstwirksamkeit und Beziehungsfähigkeit fördern kann – unter anderem in der Psychiatrie, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie in der Onkologie (u. a. Baker & Wigram, O’Callaghan, Silverman, Aasgaard). Die wachsende Forschungslage unterstreicht, was sich in der Praxis immer wieder zeigt: Musiktherapeutisches Songwriting kann ein wirksamer, tragfähiger und zutiefst menschlicher therapeutischer Zugang sein.

Typische Anwendungsbereiche
Songwriting wird in unterschiedlichen musiktherapeutischen Kontexten eingesetzt. In der Onkologie und Palliativarbeit kann es einen Raum eröffnen, um sich mit Vergänglichkeit, Abschied und existenziellen Fragen auseinanderzusetzen oder persönliche Botschaften zu hinterlassen.
In der Psychiatrie wird die Arbeit mit selbstgestalteten Liedern meist im Einzelsetting genutzt, um Selbstwert, innere Klärung und den Ausdruck von Gedanken, Gefühlen und Fantasien zu fördern. Für Jugendliche ist musiktherapeutisches Songwriting eine besonders passende Intervention, da Musik in der Adoleszenz identitätsstiftend wirkt und Zugehörigkeit vermittelt. Auch in Trauerprozessen kann das Schreiben eigener Lieder stabilisierend und stärkend wirken.
Bei Erwachsenen mit frühen Traumatisierungen ermöglicht musiktherapeutisches Songwriting eine behutsame Annäherung an belastende Erfahrungen und unterstützt die Arbeit an Selbstwert, Emotionen und Vertrauen. Auch in der Arbeit mit Menschen mit Demenz, Autismus oder geistiger Beeinträchtigung eröffnet das Schreiben eigener Lieder Zugänge zu Erinnerung, Beziehung und Selbstwirksamkeit. Das eigene Lied wird dabei zu einem sicheren Ausdrucksraum, der Verbindung schafft – zu sich selbst und zu anderen. 

Vorgehensweise: Phasen des Songwriting-Prozesses
Musiktherapeutisches Songwriting entfaltet sich in einem Prozess, der sich an der jeweiligen Person, ihrem Tempo und ihren Möglichkeiten orientiert. Es geht darum, der eigenen Geschichte Raum zu geben und das auszudrücken, was im Inneren wesentlich ist. Der bekannte Musiktherapeut Fritz Hegi bringt diese Haltung poetisch auf den Punkt:

„Ich erzähle meine Geschichte
und betone,
was mir wichtig ist.
Ob streiten oder lachen,
fürchten oder trauern,
ich schreibe oder singe es heraus.
Ich bin mein Lied.“

Auch wenn jede Arbeit individuell verläuft, lassen sich dennoch sechs grundlegende Schritte beschreiben, die sich in der musiktherapeutischen Praxis bewährt haben. 
1. Einstieg und Themenfindung: Am Anfang steht das Ankommen. In einem geschützten und sicheren Rahmen wird gemeinsam erkundet, welches Thema, welches Gefühl oder welche innere Bewegung Ausdruck finden möchte. Dies geschieht oft im Gespräch, manchmal auch über erste musikalische Impulse oder das gemeinsame Anhören eines Liedes. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und einen Raum zu öffnen, in dem persönliche Inhalte willkommen sind.
2. Texterarbeitung: Im nächsten Schritt entstehen Worte. Klient:innen erzählen, schreiben einzelne Begriffe, Sätze oder Bilder auf, die sich im dialogischen Prozess nach und nach zu Liedzeilen verdichten. Dabei geht es vor allem um authentischen Ausdruck. Ich begleite diesen Prozess unterstützend, achte jedoch darauf, dass die Sprache aus der inneren Welt der Klient:innen heraus entsteht. Der entstehende Text erzählt ihre Geschichte in verdichteter Form.
3. Musikalische Gestaltung: Parallel oder im Anschluss an den Text findet die Musik ihre Form. Melodien, Rhythmen und Harmonien entstehen im gemeinsamen Improvisieren, durch bekannte musikalische Strukturen oder durch freies Ausprobieren. Die Musik trägt die emotionale Stimmung des Textes und macht Gefühle hörbar und körperlich spürbar. Dabei orientiert sich die musikalische Gestaltung stets an den Möglichkeiten und Vorlieben der Klient:innen. Ein Lied kann ganz schlicht aus einer einzigen Melodie bestehen oder eine komplexere Form mit Strophen, Refrain, Bridge oder weiteren Teilen entwickeln.
4. Üben und Ausarbeiten: Sobald Text und Musik da sind, wird der Song wiederholt gespielt, gesungen und verfeinert. Melodien werden angepasst, Worte verändert, bis sich alles stimmig anfühlt. In dieser Phase wächst oft ein Gefühl von Identifikation: „Ja, das ist mein Lied.“. Der kreative Prozess vertieft sich, und das Lied wird zunehmend als eigenes Werk erlebt.
5. Aufführung oder Aufnahme: Das fertige Lied kann je nach Wunsch der Klient:innen gesungen, gespielt und/oder per Audio oder Video aufgenommen werden. Dadurch entsteht ein hörbares und erfahrbares Ergebnis des therapeutischen Prozesses. Durch die Wiederholbarkeit werden emotional stark aufgeladene Inhalte in kleinen Dosen und im eigenen Tempo integrierbar. Das wiederholte Anhören des eigenen Liedes kann zu einem inneren Anker und zu einem Symbol für Entwicklung, Selbstwirksamkeit und eigene Ressourcen werden. Mit der Außenwelt geteilte Aufführungen und Aufnahmen können diesen Prozess unterstützen, erfordern jedoch besondere Sorgfalt. Persönliche Lieder gehören zunächst in den geschützten therapeutischen Raum, da äußere Bewertungen verunsichern oder verletzen können.  
6. Reflexion und Integration: Abschließend wird der Prozess gemeinsam reflektiert. Wir sprechen darüber, was während des musiktherapeutischen Songwritings erlebt wurde, welche Gefühle auftauchten und was das entstandene Lied für die Klient:innen bedeutet. Oft werden einzelne Songzeilen nochmals aufgegriffen. In dieser Phase kann das Erlebte eingeordnet und integriert werden und es wird geschaut, wie das Lied im Alltag unterstützend wirken kann.
Wichtig ist: Diese Schritte sind kein starres Modell. Sie können sich in verschiedener Reihenfolge und über mehrere Sitzungen entfalten oder in einer einzigen Sitzung durchlaufen werden. Der Songwriting-Prozess bleibt flexibel und lebendig und wächst mit der inneren Entwicklung der Menschen.

Mögliche Formen von Liedern
Im musiktherapeutischen Songwriting entstehen unterschiedliche Liedformen, deren Ausrichtung sich primär an inneren Zuständen, Entwicklungsphasen und therapeutischen Zielsetzungen orientiert und weniger an ästhetischen Vorgaben oder musikalischen Genres. Sie sind keine festen Kategorien, sondern beschreiben typische Qualitäten und Funktionen im therapeutischen Prozess.
Situations- und Alltagslieder greifen konkrete Lebensbezüge und Übergänge auf, strukturieren Zeit und verankern Erleben im Hier und Jetzt. Spiel-, Spaß- und Nonsens-Lieder fördern Spontanität, Spielfreude und den Abbau von Leistungsdruck und ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu Stimme, Körper und Beziehung. Herkunfts- und Identitätslieder thematisieren biografische und kulturelle Wurzeln und wirken identitätsstiftend. Klagelieder geben hochbelasteten inneren Zuständen Ausdruck und machen diffuse Affekte in musikalischer Form haltbar. Trostlieder unterstützen Beruhigung, Halt und Regulation, während Sehnsuchts- und Kraftlieder zukunftsorientiert sind und Motivation, Selbstvertrauen und innere Stabilisierung fördern. 
Zusammenfassend sind Liedformen im musiktherapeutischen Songwriting fließend und wandelbar. Entscheidend ist nicht die Form an sich, sondern wie stimmig sie das aktuelle innere Erleben widerspiegelt und zur therapeutischen Situation passt. Das folgende Praxisbeispiel zeigt, wie sich diese Liedqualitäten im Prozess entfalten und ineinandergreifen können.

Praxisbeispiel: Drei Songwriting-Momente über zwei Jahre
Eine 31-jährige Patientin (Frau H.) mit wiederkehrender Depression, hoher innerer Anspannung und Essstörung wurde zunächst stationär und später über zwei Jahre ambulant musiktherapeutisch begleitet. Musiktherapeutisches Songwriting erwies sich dabei als zentrale Methode zur Emotionsregulation, zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und zur Entwicklung neuer innerer Beziehungserfahrungen.
1. Klagelied – Gefühle hörbar machen: In einer Phase akuter emotionaler Überforderung entstand ein improvisiertes Klagelied. Getragen von einer stabilisierenden musikalischen Struktur in Form eines tiefen und gleichmäßigen Basstrommelrhythmus konnten stark selbstabwertende Gedanken erstmals ausgesprochen werden: „Ich bin überflüssig. Ich bin falsch. Ich bin nicht liebenswert.“ Das Lied wurde zu einem sicheren Gefäß, in dem diese inneren Zustände gehalten und gemeinsam ausgehalten werden konnten – ohne emotionale Überflutung und ohne Rückgriff auf destruktive Spannungsregulation.
2. Kraftlied – innere Elternschaft stärken: Im Anschluss lag der Fokus auf Stabilisierung und Integration. Die Patientin wandte sich ihrem inneren Kind zu und formulierte, begleitet von einem ruhigen und tragenden Klavierklang, tröstende und schützende Sätze. Diese wurden in einem wiederholbaren Kraftlied zusammengefasst und auf ihrem Handy aufgenommen. Der mantraartige Refrain mit einer einfachen Melodie – „Ich bin da. Und ich bleibe da. Ich fange dich auf. Du darfst vertrauen.“ – verkörperte Halt und Sicherheit, diente der Patientin als innerer Anker und unterstützte den Aufbau einer tragenden inneren Elternschaft. Frau H. hörte dieses Lied über längere Zeit immer wieder an. Durch diese
wiederholte Erfahrung konnte das darin enthaltene Wissen nicht nur kognitiv, sondern auch emotional und körperlich in ihrem gesamten System ankommen und verankert werden.
3. Abschiedslied – Loslassen einer Schutzstrategie: Zwei Jahre später schrieb die Patientin ein Lied, in dem sie sich von ihren Essanfällen verabschiedete, die ihr über lange Zeit als Schutz und Halt gedient hatten. Dieser Moment war besonders eindrücklich, da sie das Lied vollständig ohne meine Hilfe schrieb, es selbst sang und sich dabei am Klavier begleitete. Die Musik hatte Balladenform und die Stimmung war melancholisch und zugleich zuversichtlich. Der Abschied von den Essanfällen vollzog sich bewusst und respektvoll. In ihrem Lied sang sie: „You were my castle, my holding arms, my protector, my home.“ Das Lied markierte einen inneren Übergang, in dem Trauer, Dankbarkeit und Unsicherheit nebeneinander sein durften. Gleichzeitig entstand Raum für neue Formen der Selbstregulation. 

Abschließende Gedanken 
Manchmal stelle ich mir vor, wir seien alle eingebettet in ein großes weites Meer aus Musik. Aus Melodien, Rhythmen und Klängen. Dieses Musikmeer ist immer da, auch wenn wir es nicht bewusst hören. Songwriting ist für mich eine Möglichkeit, in diesem Musikmeer zu tauchen.
Ich schreibe fast täglich ein Lied und jedes Mal bleibt es ein kleines Wunder. Manchmal entsteht dieses Lied gemeinsam mit Menschen im Stimmcoaching oder in der Musiktherapie und manchmal für mich selbst. Fun Fact: Ich habe mich schon zweimal mit einem selbstgeschriebenen Lied beworben. Einmal für eine Musiktherapie-Stelle und einmal für meine Wohnung im Musikerhaus in Zürich. Beides hat geklappt. Offenbar funktionieren Songs ab und an besser als Lebensläufe.
Lieder entstehen aus dem, was gerade da ist: aus Freude und Sehnsucht, aus Traurigkeit und Hoffnung, aus dem, was gesagt werden will, oder gesungen werden muss, weil Worte allein nicht immer reichen.
Beim Schreiben dieses Artikels ist ein Lied entstanden. Ein Lied für Dich, liebe Leserin, lieber Leser. Vielleicht als Begleiter. Vielleicht als Einladung. Vielleicht als Erinnerung daran, dass auch in Dir ein eigener Song lebt.
Möge Dich dieses Lied ermutigen, Songwriting selbst auszuprobieren. Spielerisch, ohne Anspruch, ohne Ziel. Einfach als Möglichkeit, dir selbst näherzukommen. 

SONGS ARE MY HOME
Songs are my home
When I feel alone
They hold me softly
They let me fly
Songs are my home
Where I can be free
I don’t have to hide
I can just be me
Songs are my home
My place to stay
I arrive in myself
When I let them play
Songs are my home
My yes, my no, my truth
I come back to life
Every time I sing

Hier kannst Du Dir das Lied direkt
anhören: https://www.youtube.com/watch?v=Hxw5U_2WYCY

Ingrid Lukas
(geb. 1984 in Estland) lebt und arbeitet in Zürich. Sie studierte Gesang und Pädagogik an der damaligen Hochschule für Musik und Theater Zürich (heute ZHdK) sowie Musiktherapie an der Universität der Künste Berlin. Als Sängerin veröffentlichte sie vier Alben und konzertiert seit 2008 international. Seit über 20 Jahren ist sie als Stimmcoach tätig. Als Musiktherapeutin arbeitete sie in der Schweizer psychosomatischen
Rehaklinik Barmelweid und ist seit 2019 im Sanatorium Kilchberg tätig. Seit 2026 ist sie Dozentin für „Stimme und Atem“ an der Zürcher Hochschule der Künste. Ingrid Lukas bietet Stimm- und Songwriting-Coachings in Zürich und online an sowie Workshops für Gruppen und Events.
www.ingridlukasmusic.com
www.instagram.com/ingrid.lukas.music
www.youtube.com/user/ingridlukas
contact@ingridlukasmusic.com

Ausgewählte Fachliteratur
Baker, F. A. (2015). Therapeutic songwriting: Developments in theory, methods, and practice. London: Palgrave Macmillan.
O’Callaghan, C. (1996). Lyrical themes in songs written by palliative care patients.
Journal of Music Therapy, 33 (2), 74–89.
Silverman, M. J. (2011). Effects of songwriting on depression and quality of life in adults with mental illness. Journal of Music Therapy, 48 (1), 44–67.
Aasgaard, T. (2001). An ecology of love: Aspects of music therapy in the pediatric oncology environment. Journal of Palliative Care, 17 (3), 177–181.
Lukas, I. (2018). Dem Schweigen ein Lied geben: Songwriting in der Musiktherapie mit einem Kind mit selektivem Mutismus. Unveröffentlichte Masterarbeit, Universität der Künste Berlin.
Eine ausführliche Literaturliste kann bei der Autorin erfragt werden.

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